Deutsche im Niemandsland
Dies ist eine wahre Geschichte. 1947 erholt sich Jugoslawien gerade wieder einmal von den Folgen eines fürchterlichen Kriegs. Ganze Landstriche liegen entvölkert. Nicht genug, dass einheimische Partisanen Hitlers Übermacht erbitterten Widerstand geleistet hatten, auch gegeneinander waren die Partisanenheere in den Krieg gezogen. Mit schrecklichen Verlusten. Weitab von den Metropolen, in der mazedonischen Bergeinsamkeit, wird die große Stille nun von Baufahrzeugen unterbrochen.
Irgendjemand lässt in großem Stil schweres Gerät in die entlegene Einöde hinauf und hier in wenige, stillgelegte Bergwerksschächte hinunter bringen. Die schiere Masse lässt vermuten, dass die Anordnung dazu von ganz oben kommen muss. Und nur ein paar Bergbauern, die noch in der Nähe leben, fragen sich, was hier gefördert werden soll. Der Bergbau ist bereits Jahrhunderte zuvor beendet worden. Die Minen toter als die Pharaonengräber. Die Antwort sollen diese Bauern nie erfahren.
Auf obskuren Wegen scheint Titos Secret Service beim Zusammenbruch des Nazireichs in den Besitz von Unterlagen aus dem deutschen Reichssicherheitshauptamt gelangt zu sein, welche eindeutig belegten, dass die Deutschen in den Bergen ...
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Theater heute Jahrbuch 2010
Rubrik: Die neuen Stücke der Spielzeit, Seite 174
von Andreas Erdmann
Pas ça!» Mit einer Handbewegung wischt John Porto alles fort. Malt das Geschehen schwarz. Die sieben Revueengel, seiner Willkür ausgeliefert, nennen ihn ehrfurchtsvoll Papa, weil er sie aus dem Dunkel ans Licht holt und sie mit seiner Auslöschformel wieder dahin verbannt. Zurück ins blinde Geschehen. Im Papa hallt das «Pas ça!» nach, aber Papa ist auch eine...
Sie sind unter uns. Und es sind viele. Sie sehen aus wie wir. Aber sie haben niemals eine Sinfonie gehört, ein Gedicht auswendig gelernt oder ein Theater besucht. Sie schauen fern und freuen sich, wenn in den Nachmittagstalkshows Leute auftreten, die noch blöder sind als sie. Dann fühlen sie sich überlegen und einen Moment lang herausgehoben aus ihrem Alltag aus...
1. Teil Spurensuche
Früher begann der Tag mit einer Schusswunde. Im Juni 1967 reist Ernst Wendt für «Theater heute» zur Experimenta nach Frankfurt am Main. Hier sein Bericht aus Heft 7/67:
«Der Schuß, der den Studenten Benno Ohnesorg in den Hinterkopf traf, fiel während der ersten Stunde der Experimenta II, das Stockholmer Scala-Theater zeigte im Theater am Turm...
