Der neue Mensch
Dass das Individuum und seine Lebensführung in der Spätmoderne in eine grundsätzliche Krise geraten sind, ist ein verbreitetes Thema der kulturkritischen Debatte der Gegenwart. Das, was Alain Ehrenberg das «erschöpfte Selbst» nannte, wird in diesem Zusammenhang allenthalben beklagt.(1) Risiken der Überforderung und Überanstrengung scheinen das spätmoderne Subjekt zu charakterisieren, und Erschöpfungskrankheiten wie Depression und Burn-out sowie psychosomatische Störungen werden zu charakteristischen Krankheitsbildern der Epoche.
Die Zeitdiagnose hat ein besonderes Interesse daran entwickelt, diese Krise des Selbst in einen ursächlichen Zusammenhang mit großformatigen gesellschaftlichen Entwicklungen wie dem Kapitalismus oder der Digitalisierung zu bringen.(2) Aber auch die Psychologie und Psychotherapie liefern ihren Beitrag zur Analyse und zur individuellen Selbstbeobachtung: Die Spätmoderne ist in nie dagewesenem Ausmaß eine durchpsychologisierte Kultur, welche die Individuen unentwegt zur Selbstreflexion und Selbsttransformation animiert.(3)
Man vergisst es allerdings mittlerweile leicht – die Kultur des Selbst nach dem Epochenbruch der 1970er Jahre war mit der Hoffnung ...
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Theater heute Januar 2020
Rubrik: Essay, Seite 46
von Andreas Reckwitz
Aachen, Grenzlandtheater
26. Schmitt, Enigma
R. Daniel Kuschewsk
Aachen, Theater
10. nach Jensen, Adams Äpfel
R. Sebastian Martin
18. Bowie und Walsh, Lazarus
R. Christian von Treskow
Aalen, Theater der Stadt
25. Benzine, Der Zorn der Feiglinge
R. Tina Brüggemann
Altenburg Gera, THeater
24. Kressin, Als der Herzog über den Herzog herzog
R. Caro Thum (Gera)
29. nach...
Was passiert, wenn man(n) mit einer Perfektionistin essen geht? 1. Man wechselt mindestens dreimal den Tisch, 2. man(n) tauscht die Teller, denn das Essen gegenüber erscheint der Perfektionistin natürlich besser als das eigene. Simon Abkarian, der franzöische Théâtre-du-Soleil-Star, ist Philippe, der unfassbar gutmütige und liebevolle Mann von Anna Bronsky (Nina...
Smart sieht er aus, dieser Iwanow, der jetzt Nikolas «Nicki» Hoffmann heißt: Wie er so traurig in den Himmel guckt, dabei von der Videokamera eingefangen und an die Rückwand der Bühne gezoomt wird, während die melancholische Songwriterstimme von Bill Callahan erklingt, der eine traurige Ballade von Dunkelheit und sterbenden Schatten singt. Ein bisschen wie im Film...
