Der Mangel an Mangel

Rebekka Kricheldorfs «Das Ding aus dem Meer»

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Eine Krise ist immer eine gute Sache. Wenn das Theater sich selbst abschafft, dann werden wir dieses Schauspiel genießen. Untergang ist überhaupt das beste Schauspiel.

» (Boris Groys) Im Berliner Landwehrkanal, in den im Januar 1919 – wie in Brechts «Ballade vom ertrunkenen Mädchen» poetisiert – die ermordete Rosa Luxemburg geworfen wurde, dümpelt 2008 ein Partyschiff in der Morgendämmerung:
 

Die letzten Gäste einer illustren Party sind noch zugegen: die Gastgeberin Carla, ihr halbwüchsiger Sohn, ihr Liebhaber Boris und ihre beste Freundin Berenice, zudem noch die junge Mimi vom Servicepersonal. Carla hat ihre Beförderung zur Chefärztin gefeiert. Plötzlich merkt Berenice, dass das Schiff ins offene Meer abgedriftet ist. Nach ersten Versuchen der Kontaktaufnahme, Hysterie und Entsetzen, da alle Verbindungen zum Festland abgebrochen sind, wird sachlich überlegt, was man tun könnte: Lebensmittel einteilen, Kontaktaufnahme zu vorbeifahrenden Schiffen vorbereiten und bloß die Ruhe bewahren.
 

Doch es eskaliert weiter: Eine gewaltige Kraft, die aus der Meerestiefe zu kommen scheint, erschüttert das Schiff und bringt es fast zum Kentern. Die Passagiere glauben, ein monströses Ding gesehen ...

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Theater heute Jahrbuch 2008
Rubrik: Neue Stücke der neuen Spielzeit, Seite 168
von Thomas Bockelmann

Vergriffen
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