Der Apparat sendet weiter
1923 in Berlin, auf dem Dach der Schallplattenfirma Vox in der Potsdamer Straße, wird der erste Sender für den Unterhaltungsrundfunk eingerichtet. Was das neue Medium beinhalten soll, ist noch ebenso offen wie die Frage, wer es beherrschen wird. Aber wohl nicht ganz zufällig geht es buchstäblich auf den Schultern des akustischen Massenmediums los, das den Rundfunk zunächst als Konkurrenz erlebt. Und auch der Zeitpunkt ist ein besonderer: Hyperinflation begünstigt die Radikalisierung rechter und linker Gruppierungen, während in den Varietés wie wild getanzt wird.
Der expressionistische Dramatiker Arnolt Bronnen, der kurz zuvor mit seinem «Vatermord» einen Skandalerfolg auf die Bühne gebracht hat, gehört praktisch zu den Programmmachern der ersten Jahre. Er entwickelt Hörspielbearbeitungen von Klassikern, wie einen neunzigminütigen «Wallenstein», den der Regisseur dann mit Schauspielern vom Gendarmenmarkt in ihren Bühnenkostümen vor den Mikros aufführen lässt, mit halben Kokosnüssen für den Pferdegalopp. Doch Bronnen nimmt auch wahr, wie der Rundfunk zur politischen Einflussnahme begehrt ist, als marktförmige Berieselung interessiert oder eben als «Kultur-Träger konfirmiert» werden ...
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1. Einführung und Warm-up
Dramaturgische Gesellschaft Wir begrüßen Sie zu unserer Podiumsrunde. Der Veranstaltung haben wir den Titel gegeben «Die Kunst der Vermittlung – Chancen und Risiken für das Theater». Ist das allein eine Aufgabe der professionellen Kunstvermittler, der Theaterpädagogen? Oder hat es auch Folgen für die Künstler selbst? Denn auf den ersten...
Alles ist heutzutage politisch, sogar Shoppen. Darf man alles tragen, was einem gefällt? Oder muss man an der Wühlkiste auch bedenken, ob für die Produktion des schicken Tops in Sweatshops geschuftet wurde? Ist es unmoralisch, bei H&M einzukaufen, obwohl man sich eigentlich teurere Kleidung leisten könnte? Die in Berlin lebende Grazer Modedesignerin Elisabeth...
Im Nordbadischen kann man auf das erste kommunale Theater Deutschlands verweisen und hat alleine schon deshalb ein inniges Verhältnis zu seinem Schauspiel. Viel wichtiger ist allerdings, dass Mannheim sich bis heute als Wahlheimat Schillers versteht, dabei aber geflissentlich übersieht, dass der Stürmer und Dränger nicht lange hier weilte und nach der...
