Jongleur Stijn Grupping und Schlagzeuger Frederik Meulyzer in der LKW-Performance «Pakman»; Foto: Atoll-Festival Karlsruhe

Das Zelt der fliegenden Messer

Das «Atoll»-Festival in Karlsruhe etabliert sich in seinem zweiten Jahr als internationales Forum für artistische Erzählungen

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Großen Eindruck kann man in ganz großem Rahmen machen. Aber auch in ganz kleinem. Die Compagnie XY aus Frankreich, die in 20-köpfiger Besetzung das zweite «Atoll»-Festival in Karls­ruhe eröffnete, dürfte eine der größten Nouveau-Cirque-Truppen weltweit sein, und mit ihrer sensationellen Luftakrobatik nutzten sie die Bühne im großen Saal des Kulturzentrums Tollhaus in voller Fläche und in voller Raumhöhe aus – mit Sprüngen und Menschenpyramiden bis an die Lichtbrücke heran.

Der belgische Jongleur Stijn Grupping hingegen quetschte sich, den Schlagzeuger Frederik Meulyzer, 30 Zuschauer, drei Dutzend Postpakete und sechs kleine Bälle in den Laderaum eines kleinen Lkw. Dort machte er sein kleines Auditorium in dem nur 20-minütigen Stück «Pakman» genauso fassungslos wie die Compagnie XY ihre vielhundertköpfiges Publikum in eineinhalb Stunden.

Diese beiden Shows waren die Extrempunkte des Festivals, das im zweiten Jahr seiner Existenz den Testballon-Status der Erstausgabe hinter sich gelassen hat und bei 24 Programmpunkten in fünf Tagen eine Platzauslastung von 90 Prozent erreichte. Äußerlich trennt diese beiden Vorstellungen fast alles. Trotzdem haben sie mehr gemeinsam als das stupende ...

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Theater heute November 2017
Rubrik: Magazin, Seite 70
von Andreas Jüttner

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