Das Schaubühnenteam spielt Fußball in Herbert Fritschs Horváth-Collage «Zeppelin»; Foto: Thomas Aurin
Das Volk zurückholen?
Das «Programmheft» zu Herbert Fritschs Horváth-Abend an der Schaubühne braucht keine Worte: Es ist ein zweifaches Daumenkino. Lässt man es zur einen Seite flattern, huschen die Zentralgeister des Fritsch’schen Universums vorbei, seine Schauspieler. Dreht man es um und lässt den Daumen blättern, fliegt der Zeppelin heran, eine Fritsch-Zeichnung, und steigt und stürzt, dreht und windet sich.
So mag ihn sich der Regisseur erträumt haben, und im Riesenkasten seiner alten Heimat, der Volksbühne, wäre einiges davon möglich gewesen: Da hätte er kippen können, sich drehen und winden, hätte steigen können und verschwinden in der endlosen Oberbühne, von der sich zum Schlussapplaus Herbert Fritsch am Fallschirm herabgelassen hätte ...
Schwer, nicht ins nostalgische Träumen von den Wunderbühnenbildern aus Trampolinen und laufenden Wänden, fahrenden Treppen und gigantischen Sofas zu geraten: «Murmel Murmel» wird zum Glück demnächst in Bochum wiederauferstehen, Johan Simons heißt der Retter, «der die mann» geht an die Schaubühne, «Die (s)panische Fliege» und «Pfusch» aber sind geschreddert. In Fritschs erster Schaubühneninszenierung, zwei pro Jahr wird es künftig geben, steht der riesige ...
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Theater heute November 2017
Rubrik: Aufführungen, Seite 14
von Barbara Burckhardt
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«Peer Gynt» ist ein selbstreferenzielles System. Ibsen erzählt eine fantastische Geschichte von einem Mann, der fantastische Geschichten erzählt und fantastische Geschichten als real erlebt. Die Illusionsebenen sind vielfältig verschränkt. Alles ist immer ein bisschen «als ob». Stefan Bachmanns Besetzungsentscheidung macht das überdeutlich: alles nur Männer, die...
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