Das Theater bin ich
Achtung, das war gerade ein echter Theaterskandal. Tage-, nein wochenlange Aufregung, jeden Morgen neue Aufmacher und Kommentare, Reden und Gegenreden in den Feuilletons, plötzlich hatte jeder wieder eine Meinung. Und die Folgen sind noch gar nicht absehbar. Möglicherweise steht das gesamte deutschsprachige Regietheater zur Disposition. Sogar die «Bild»-Zeitung war engagiert dabei, obwohl sie sonst mit ihrer Theaterberichterstattung nicht gerade übertreibt: «Pickel im Kopf» der Regisseure befand Kolumnist F.J. Wagner.
Man wurde sogar von Freunden und Bekannten wieder auf den eigenen Beruf angesprochen: Sind Sie nicht auch Theaterkritiker, worum geht es da eigentlich?
Die Vorfälle am Abend des 16. Februar in der Schmidtstraße 12, einer Spielstätte des Schauspiel Frankfurt, dürfen inzwischen nach zahlreichen Interviews und Recherchen (siehe auch die Dokumentation auf den folgenden Seiten) als weitgehend aufgeklärt gelten. Dem Kritiker der «Frankfurter Allgemeinen Zeitung», Gerhard Stadelmaier, der die Premiere von Ionescos «Das große Massakerspiel» in einer Inszenierung von Sebastian Hartmann besuchte, wurde nach einigem Hin und Her der Spiralblock entrissen, ein Bühnenrequisit ...
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Natalie Bloch In Ihrem Stück «Die Reise nach Bugulma» machen sich die tschechischen Protagonisten aus dem von Terroristen zerbombten Europa auf den Weg zurück in den Osten, folgen der vermeintlichen Stimme der Revolution und landen in einem ehemaligen kommunistischen Lager. Dort ist Tauwetter, und Berge von Leichen tauchen aus dem Eis auf. Das sind ja optimistische...
Eine Renaissance seines Theaters wird es nie mehr geben. Man kann sich nur noch mit Hilfsmitteln daran erinnern, was Tadeusz Kantor auf der und für die Bühne bedeutet hat: Video-Mitschnitte der Aufführungen, endlose Reihen von (Schwarz-Weiß-)Fotos, Manifeste, Partituren, Skulpturen, Kostüme, Bühnenbilder, Grafiken und Emballagen – Relikte, allein in «seiner» Stadt...
Mit einer Art schauspiellosem Schauspiel ist Richard Maxwell aus Fargo, North Dakota, zu Ruhm und Ehren gelangt. Seine Inszenierungen «House» (1999), «Caveman» (2002) und viele andere sind über Festival-Bühnen von New York bis Oslo getourt, weil ihre Protagonisten eine hochkomische Form US-amerikanischer Apathie verkörperten: Provinzgestalten vom unteren Ende...
