Das Schicksal der Ideen
Die Revolution hat tolle Beine und sieht auch sonst sehr gut aus: ein knappes Schwarzes mit passenden High Heels zur perfekten Erscheinung. Zwar kann Xenia Noetzelmann nichts für ihr Äußeres, aber wenn sich die kommunistischen Kader im illyrischen Untergrund wie Models für eine schicke Vernissage präsentieren, wird das Private zwangsläufig politisch.
Vor allem in einem Stück wie Sartres «Schmutzige Hände», das ein aufwändig verschachteltes Handlungs-Kartenhaus inklusive Rahmenrückblende nur deshalb konstruiert, um es punktgenau über Menschen einstürzen zu lassen, die das Politische und das Private peinlich genau auseinanderhalten wollen. Was ihnen natürlich nicht gelingt.
Parteigenosse Hoederer beispielsweise gehört entschieden zum Realo-Flügel der Revolution und will aus taktischen Gründen mit seinen politischen Gegnern koalieren, was ihm schon ein paar Attentatsversuche eingetragen hat. Sein jähes Ende findet er aber erst, als er sich an die Frau seines Privatsekretärs Hugo heranmacht, was dieser mit einer Pistolenkugel quittiert. Dabei hätte ihn Hugo schon seit Wochen über den Haufen knallen sollen, weil er eigentlich ein vom rivalisierenden Mitrevolutionär Louis entsandter ...
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Theater heute Januar 2011
Rubrik: Aufführungen, Seite 29
von Franz Wille
Wer in den letzten Wochen und Monaten in ein deutsches Theater ging, konnte froh sein, wenn er nach dem Applaus ohne weitere Hiobsbotschaften entlassen wurde. Wenn es nicht so glücklich lief, standen ein paar Schauspieler auf der Bühne, berichteten in wohlgesetzten Worten von drohenden Sparszenarien und riefen die Zuschauer wenn nicht zur Solidarität, so doch...
Franz WilleHerr Lammert, Sie haben die «Faust»-Verleihung in Essen nach einer guten Stunde verlassen und mit einem wütenden offenen Brief quittiert. Darin ist die Rede von einem «beliebigen Fernseh-Unterhaltungsformat» und «fernsehgerechten Häppchen». Was hat sie da am meisten aufgeregt?
Norbert LammertDass ausgerechnet der Deutsche Bühnenverein einmal mehr...
Du wirst die Chancen, die vor Dir liegen, erfolgreich nutzen», verspricht der Glückskeks, den mir Anthony Chu in seinem kleinen Projekt-Wohnwagen auf der Parkplatztristesse vor dem vietnamesischen Großhandelscenter «Dong Xuan» in Berlin-Lichtenberg mit auf den Theaterweg gibt. Dong Xuan heißt so viel wie «Blühende Frühlingswiese» und grenzt hier an Ironie: Vom...
