Das Kind im Alphamännchen

Auch in seinem zweiten Salzburger Festspielsommer verwechselt Sven-Eric Bechtolf gute Laune mit gutem Theater

Theater heute - Logo

Als Schauspieler ist Sven-Eric Bechtolf am besten, wenn er harte Typen spielt. Auch in Interviews kann der Salzburger Schauspieldirektor schon mal schroff werden, wenn ihm eine Frage nicht gefällt. Aber das Programm, das Bechtolf in Salzburg macht, zeigt: Hinter der rauen Schale des Alphamännchens steckt ein weicher Kern. Das Schauspielangebot, das er seit dem Vorjahr verantwortet, ist unter ihm deutlich softer, putziger, harmloser geworden.

Bechtolf hat bei den Festspielen nicht nur Kindertheaterproduktionen eingeführt (diesmal: «Schneewittchen»), auch der Rest des Programms ist jugendfrei gestaltet.

Sogar eine abgründige Sexkomödie wie Shakespeares «Sommernachtstraum» wird hier zur harmlosen Unterhaltung für die ganze Fa­milie. Als Regisseur hat Bechtolf den Briten Henry Mason engagiert, der in Wien lebt und dort – genau – am Theater der Jugend inszeniert. Gespielt wurde «Ein Sommernachtstraum» open air im Residenzhof, der – anders als der benachbarte Domplatz – bei Schlechtwetter überdacht werden kann. Hauptattraktion des Abends ist jedoch der Umstand, dass zu Shakespeare hier auch Felix Mendelssohn Bartholdys «Sommernachtstraum»-Musik gespielt wird, natürlich live (vom ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Theater heute? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Theater-heute-Artikel online lesen
  • Zugang zur Theater-heute-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Theater heute

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Theater heute Oktober 2013
Rubrik: Festivals, Seite 14
von Wolfgang Kralicek

Weitere Beiträge
Lebendig begraben?

Der Deutsche Bühnenverein will das deutsche Ensemble- und Repertoiretheater als nationales immaterielles Kulturerbe (IKE) verzeichnen lassen. Die in der allzu knappen Aussprache auf der Jahreshauptversammlung 2013 des Deutschen Bühnenvereins in Kiel geäußerten Gründe – die Aufnahme ins Verzeichnis sei doch durch die Einmaligkeit unserer Theaterlandschaft motiviert,...

Schluffis unplugged

Eigentlich ist «Das Helmi» überhaupt kein Theater. Zumindest keines, wo man angestrengt in die bewährte Kristallkugel aus Dramenliteratur, Inszenierungskonzept, Besetzungsidee etc. blicken muss. Das Helmi ist eher eine Stimmung, ein Geist, ein «spirit». Etwas, das sich an einem beliebigen Sonntagabend in der Berliner Kiez-Spielstätte Ballhaus Ost im dritten Stock...

Impressum

Die Theaterzeitschrift

im 54. Jahrgang
Gegründet von
Erhard Friedrich und Henning Rischbieter

Herausgeber
Der Theaterverlag – Friedrich Berlin

Redaktion
Eva Behrendt
Barbara Burckhardt
Franz Wille (V.i.S.d.P.)

Mitarbeit
Marion Schamuthe

Gestaltung
Christian Henjes

Designkonzept
Ludwig Wendt Art Direction

Redaktionsanschrift
Nestorstr. 8-9, 10709 Berlin,
Telefon 030/25 44...