Das Kartoffel-Konzept
Anfang Mai bot sich den Brandenburger Wochenendspaziergängern, die am Joachimstaler Aussichtsturm vorbeikamen, ein ungewöhnliches Bild. Ein fast leeres Feld, um das herum viele Menschen sitzen, die einem Mann ausdauernd und hochkonzentriert bei der Verrichtung von Feldarbeit zusehen. Und als wäre das noch nicht bemerkenswert genug: ein dichtes Gewirr von Medienvertretern. Hätte man die Besucher darüber in Kenntnis gesetzt, dass selbst die «New York Times» am Feldrand kniet, um den Vorgängen auf dem Acker zu folgen, wäre das Erstaunen wohl schnell in nachhaltige Irritation umgeschlagen.
Was war hier eigentlich los?
Eigentlich hatte alles damit angefangen, dass kurz nach der Wende die brandenburgische Region Schorfheide-Chorin zum Unesco-Biosphärenreservat erklärt worden war. Als groß angelegter Modellversuch entwickelt sich seither die bevölkerungsärmste Region Deutschlands am Leitbild «der Verbindung ökonomischer und sozialer Lebensbedingungen mit der Sicherung der natürlichen Lebensgrundlagen» entlang. Für Einheimische und Investoren in der Region heißt das ganz einfach, für Arbeit in Zukunft auf eine der beiden ökologischen Land-Wirtschaften zu setzen: auf Bio-Anbau oder den ...
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