«Darum geht es: Wie wollen wir alle zusammenleben?»

Ein Gespräch mit der Integrationsforscherin Naika Foroutan über Identitätsfindung und Islamfeindlichkeit, das Paradox von Zustimmung und Distanz und die Notwendigkeit eines Leitbilds, das auf Zukunft zielt

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TH Naika Foroutan, Sie sind Professorin für Migrations- und Integrationsforschung an der Berliner Humboldt-Universität. Was machen Sie da eigentlich genau?
Naika Foroutan Ich bin, genauer gesagt, Professorin für Integrationsforschung und Gesellschaftspolitik. Wenn man darin nach der Migrationsforschung fragt, muss man feststellen, dass das als klassisches Fach in Deutschland noch nicht etabliert ist, sondern als eines, das in den bestehenden Disziplinen platziert wird.

Die Politikwissenschaftler forschen zu Migrationspolitik, die Soziologen zu Migrationseffekten, die Kulturwissenschaftler untersuchen, wie Migration Interaktion in kulturellen Einhei­ten verändert, die Juristen interessieren sich für die Folgen von Migration auf das Ausländerrecht. Also ein sehr transdisziplinärer Zugang und kein eigenständiges Fach. 

TH Aber Sie arbeiten an Projekten der empirischen Sozialforschung?

Foroutan Ich bin eigentlich von Haus aus Politikwissenschaftlerin. Promoviert habe ich über interzivilisatorische Konflikte zwischen dem Westen und der islamischen Welt. Da ging es um internationale Beziehungen und Großzusammenhänge. Dann habe ich von der Makroebene gewech­selt auf die totale Mikroebene, ...

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Theater heute Jahrbuch 2016
Rubrik: Grenzen, Seite 16
von Naika Foroutan

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