She She Pop und Zeitkratzer in ihrer neuesten Produktion «The Ocean is Closed», in der Mitte Biliana Voutchkova; Foto: Benjamin Krieg/Hau 123 Berlin
Clash der Kulturen
Lass’ mich sterben» singt die Geigerin mit Monteverdi auf Italienisch, eine Performerin erzählt von der Peinlichkeit, bei einem Jazzkonzert gefilmt worden zu sein, wo sie nicht hätte sein dürfen, und der Posaunist gesteht, eine rote Pille zu viel geschluckt zu haben, um heil durch das nächste Stück zu kommen. Er fühle sich leider «a bit dizzy». Solche inszenierten Öffnungen, Geständnisse, Wünsche und Fürbitten zeigen dem Projektabend «The Ocean is Closed» vom Performancekollektiv She She Pop und dem Berliner Musikensemble Zeitkratzer die Richtung.
Doch unter diesen warmen Gefühlswellen strömt etwas Kaltes, das die Disziplin ins freie Spiel bringt. Und ein Spiel ist es: Viele thematische Module werden jeden Abend anders verwürfelt. Die Premiere dauerte zweieinhalb Stunden, die zweite Vorstellung, in der ich saß, blieb unter zwei. Fast noch wichtiger als die Dehnung der Zeit an diesem Abend ist die Entgrenzung des Raumes.
In den Maitagen des bewegten Jahres 1968 schrieb Karlheinz Stockhausen den Zyklus «Aus den sieben Tagen – 15 Textkompositionen für intuitive Musik.» Von den Studentenunruhen auf den Straßen soll er nichts mitbekommen haben. Während Paris brannte, steckte der ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Theater heute? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Theater-heute-Artikel online lesen
- Zugang zur Theater-heute-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Theater heute
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Theater heute Dezember 2017
Rubrik: Magazin, Seite 68
von Tobi Müller
Warum denn immer weiterziehen, wenn man sich als Intendant gerade so hübsch eingerichtet hat? Man kennt die örtliche Kulturpolitik bis zum Du, hat sich in langen Abenden einen ergebenen Freundeskreis des Theaters aufgebaut, die lokalen Honoratioren und Entscheidungsträger fleißig um sich geschart und viele wertvolle Kontakte in der Stadt geknüpft. Auch die...
Der international berühmteste Steirer der Gegenwart ist zweifellos Arnold Schwarzenegger. Danach kommt schon die Steirerin Elfriede Jelinek, aber die ist eigentlich gar keine. Die Nobelpreisträgerin wurde zwar im steirischen Städtchen Mürzzuschlag geboren, ist aber – und darauf legt sie Wert – Wienerin. Die Sommer ihrer Kindheit und Jugend jedoch verbrachte sie in...
(Vespasian? Nein, nicht der! Cola di Rienzo? Der schon eher!
Aber nein, ich schau mir das Foto an: der auch nicht!)
Miss Piggy, als blinde Seherin hergerichtet, die Augen bluten, wie es die Tradition will. Überhaupt hätte ich in der Folge gern Figuren aus der Muppet Show. Da das aber nicht geht, vielleicht nur Anklänge an die Wesen dort, vielleicht eine Psychose,...
