Chanel forever
Das Jahr 2175 wird niemand herbeisehnen, jedenfalls wenn es nach Anja Hilling geht. Ihr Science-Fiction-Szenario entwirft eine Welt nach der Klimakatastrophe, in der sich keiner ungestraft der frischen Luft aussetzt und jeder Sonnenanbeter bei lebendigem Leib gegrillt würde. Stattdessen behilft man sich mit bescheidenen Innenwelten: Eine Spezialfirma bietet Wandtapeten aus Haut mit integrierter Schutzfunktion, die von einem künstlerisch talentierten Angestellten mit Motiven aus der Filmgeschichte des 20. Jahrhunderts aufgehübscht werden: Schöner Wohnen übermorgen.
Unter solchen Bedingungen, geeignet für einen mittelschweren Katastrophenfilm, fangen die Probleme erst an. Der Tapetenkünstler Taschko (Daniel Hoevels) ist nach einer Vergewaltigung unter freiem Himmel besonders berührungsempfindlich, was verständlicherweise seine Freundin Pagona (Susanne Wolff) frustriert, die sich die besonderen Streicheleinheiten bei dem sinnlichen Hauttapetenfabrikanten Posch (Peter Jordan) holt. Dabei wird sie ganz altmodisch schwanger, was anno 2175 an ein Weltwunder grenzt und mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit zum Tod im Kindbett führt. Die sich anbahnende Tragödie nimmt zwar trotzdem ...
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