Ausstellung: Der Maler als Regisseur

Das Kunstmuseum Basel zeigt den Schwerpunkt «Drama und Theater» in der Malerei des Schweizer Wahl-Engländers Johann Heinrich Füssli

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Zu ikonischer Prominenz hat es vermutlich nur der «Nachtmahr» gebracht. Das Gemälde, das ein kompaktes braunes Teufelchen auf der Brust einer etwas überstreckt dahingegossenen Schlafenden zeigt, flankiert von einem Rappenschädel mit glimmenden Augen, gilt als ein Vorzeigekunstwerk der Gothic Art. Tatsächlich täte man Johann Heinrich Füssli, dem Schweizer Schöpfer dieses Bildes, aber unrecht, wenn man ihn allein auf Schauerromantik reduzierte.

Der 1741 in Zürich geborene, 1825 in London als Henry Fuseli gestorbene Füssli war ein begeis­terter Theatergänger und großer Shakespeare-Verehrer, dessen Vorliebe für dramatische Kippmomente und sublime Seelenlagen sein gesamtes malerisches Oeuvre prägte. Je länger man sich durch die sorgfältig kuratierte und kommentierte Basler Ausstellung «Füssli. Drama und Theater» bewegt, desto stärker der Eindruck, dass es sich hier um so etwas wie humanistisch gebildete Fan-Art handelt: Der studierte Theologe und ordinierte Pfarrer, der allerdings schon nach vier Amtsjahren nach England emigrierte, war Autodidakt auf dem Feld der Malerei, was man seinen Menschendarstellungen durchaus ansieht. Jeglicher Schwerkraft enthobene Brüste, kuriose Verrenkungen, ...

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Theater heute Januar 2019
Rubrik: Magazin, Seite 67
von Eva Behrendt

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