Ausnahmezustände sind keine Schande
Es ist eine von den Geschichten, wie sie Slavoj Zizek gerne erzählt, die Geschichte einer Laborratte – und somit die Geschichte von uns. Man stelle ein begehrtes Objekt (also: Käse oder Sexualpartner) so, dass die Ratte zwar weiß, dass es da ist, es aber nicht erreichen kann. Die Ratte rennt ein paar Mal gegen die Wand, gibt dann auf und wendet sich anderen, weniger attraktiven, dafür greifbaren Kompromissen zu.
Wenn man das Gehirn der Ratte nun auf eine bestimmte Art und Weise manipuliert, dann rennt sie gegen die Wand, wieder und wieder, und lässt nicht mehr davon ab: Sie ist menschlich geworden und kann den Verlust des «wahren» Objekts der Begierde nicht verschmerzen.
Es ist eine von den vielen möglichen Geschichten, die man so oder so ähnlich immer wieder zu hören bekommt beim dritten «Lovepangs»-Kongress von Carmen Brucic, der – nach Berlin und Frankfurt (ein weiterer in Zürich geplanter wurde nicht realisiert) – nun erstmals ins nichtdeutschsprachige Ausland gewandert ist, ins belgische Gent, ins Kunstencentrum Vooruit, einem der charmantesten Theater Europas.
Liebe, Schmerz, Sehnsucht, Leben, Tod – es geht bei «Lovepangs» ums Eingemachte, aber so herzlich und spielerisch ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Theater heute? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Theater-heute-Artikel online lesen
- Zugang zur Theater-heute-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Theater heute
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Alte Wunden eitern länger. Vor allem, wenn sie aus der Kindheit stammen. Wenn sie der Bruder, die Schwester gerissen hat, wenn sie einfach nicht heilen wollen, weil immer wieder jemand kommt und nicht vergisst und daran kratzen muss, an dieser dünnen Kruste, an diesen blutigen Flecken in der Erinnerung. So geht es den Geschwistern in Daniel Mursas...
Früher war alles besser. Die Luft frischer, die Zigaretten billiger, und auch die Liebe war noch nicht eine Ansammlung gescheiterter Versuche, sondern die Liebe eben. Das gilt allerdings nur, solange dieses «früher» auch «früher» bleibt. Steht es jedoch eines Tages leibhaftig vor der Tür und tut so, als wäre es gerade mal eine halbe Stunde her, seit man sich zum...
Carl Zuckmayers «Geheimreport» hat spät, aber nicht zu spät bewirkt, auch die Rolle der Schriftsteller, Maler, Musiker und Schauspieler im «Dritten Reich» kritischer zu würdigen und anders als bisher zu bewerten. Ob die Künstler freiwillig anpassungsbereit oder nur unter Druck zu Zugeständnissen bereit gewesen sind, ändert nichts an der Tatsache, dass sie sich auf...
