Aufbau West
Man kann sich das so vorstellen: In der Nacht von Sonntag auf Montag wird es eng auf
der A5. Baukolonnen aus dem Osten reisen an, um in der Frankfurter City die Patrizierhäuser wohlhabender Bürger zu sanieren. Ricki, Uli und Rudi zum Beispiel sollen die immobile Erbschaft eines jungen Wessis auf Vordermann bringen. Im Moment allerdings geht es nicht so recht voran.
Die drei Cottbuser sitzen rum, und man weiß nicht, machen die nun gerade eine der branchenüblichen Bierpausen, oder trauern sie um ihren Kumpel Marek, der da plötzlich in der Wand verschwunden ist?
«Wenn, dann: Was wir tun, wie und warum» könnte eine große Gewährleistungsoper sein, schließlich wurde irgendwo eine undichte Muffe verarbeitet, die die Frage aufwirft: Schim-
melt das Haus noch, oder verfault es schon? Das sind so die existenziellen Fragen im Baugewerbe, die der Regisseur Christoph Mehler in der Frankfurter Uraufführung bearbeitet, als sei man in einer Dokufiktion gelandet. Die Bühne ist tatsächlich eine Baustelle und Viktor Tremmel ein Ricki, der genüsslich eine Wand verputzt. Es dauert lange bis zum ersten Wort, aber auch dann merken die zwei anderen kaum auf. Irgendwann wälzt dann allerdings auch Oliver ...
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Theater heute Juni 2011
Rubrik: Chronik, Seite 52
von Jürgen Berger
Um die Droge auf ihren Reinheitsgehalt zu prüfen, ist eine Anfrage beim Nüchternsten geraten: beim Erzähltheoretiker des Realismus, Friedrich Spielhagen. Der setzte ab etwa 1860 in lebenslangem Kampf auseinander, wie ästhetisch peinlich es ist, wenn sich Erzähler erläuternd ins dargebotene Geschehen einmischen. Wer etwa sage «Hier sehen wir unseren Helden», gebe...
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Vorhang zu im Drama um die Absetzung von Olivier Py als Leiter des Odéon-Théâtre de l'Europe in Paris. Als eines von fünf Nationaltheatern (vier in Paris plus das von Straßburg) untersteht das Odéon dem Kulturminister, also gegenwärtig Frédéric Mitterrand, mithin dem Staatspräsidenten, und die Nachricht, Py werde nach seiner ersten Amtszeit von fünf Jahren nicht...
