Auf die Plätze, fertig, los!
Ein «Sommernachtstraum» mit Puck als fieser Raupe, die erst zum Schmetterling werden muss. Gegenwärtige Stützen der Gesellschaft als ein versoffener, autistischer Haufen. Der bürgerliche Traum von der Vermählung der schönen Künste mit dem Kapital, wie er im wahrsten Sinne des Wortes ins Bodenlose rutscht. Ein moderner Ruhrpott-Simplicissimus, der durch Sex, Drugs and Rock’n’Roll mäandert.
Schließlich Leonce und Lena, die Königskinder, die diesmal nicht zusammenfinden: Nach den ersten fünf Premieren lässt sich feststellen, dass Theaterbesuche in Essen wieder Überraschungen bereithalten.
Nach dreizehn, was die Besucherzahlen betrifft, durchaus erfolgreichen, gemütlich-konventionellen Jahren mit Jürgen Bosses psychologischem Realismus, praktisch ohne zeitgenössische deutsche Autoren, hat Anselm Weber, Publikum und Entscheidungsträgern der Stadt durch Regiearbeiten in der Aalto-Oper bekannt, das Essener Schauspiel übernommen. Der Beginn einer neuen Ära also, die sich für Theaterzeitung und Informationszettel ein blasses, aber unverwechselbares Rosa als Farbe erkoren hat. Das Titelblatt zum Neustart beherrscht ein stilisiert gezeichneter junger Mensch, der in Denker- oder Betrachterpose ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Theater heute? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Theater-heute-Artikel online lesen
- Zugang zur Theater-heute-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Theater heute
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Heimat steht nicht hoch im Kurs im ach so progressiven deutschen Theater. Was soll man da mit einem Stück anfangen, das den Mittelteil einer «Heimattrilogie» stellt, wie «Dogland» von Nuran David Calis? Wie schon bei seinem Erstling «Dog eat Dog», der vor zwei Jahren am Thalia-Theater uraufgeführt wurde, ist der Ort der Handlung die Bielefelder Plattenbausiedlung...
Sechs Jahre nach dem Ende des Krieges waren Fritz Kortner, Bertolt Brecht, Wolfgang Langhoff, Berthold Viertel, Ernst Deutsch, Carl Zuckmayer, die bekanntesten von denen, die 1933 ins Exil gegangen waren, längst wieder im Land. Die deutschen Theater spielten volles Programm, viele noch auf Behelfsbühnen – aber der Wiederaufbau ihrer zerstörten Häuser kam in Gang....
Es hätte so schön werden können, und so gut war es gemeint: Theater für die ganze Familie! Mit A-Schauspielern, einem A-Regisseur, einer A-Autorin! Musik! Ein Klassiker, 400 Jahre alt! Und eine frohe Botschaft: Lebe deine Träume! Die Weihnachtszeit ist ja auch nicht mehr fern, nur noch ein Vierteljahr, und in den Supermärkten liegen schon die Lebkuchen.
Dass sich...
