Angst vorm Fliegen
Als beim Steirischen Herbst 1975 zum ersten Mal ein Stück von Wolfgang Bauer («Gespenster») gespielt wurde, war Gerhild Steinbuch noch gar nicht geboren, und Kathrin Röggla lernte gerade das Sprechen. 29 Jahre später bildeten neue Dramen der beiden jungen Autorinnen und des Seniors das Schauspielprogramm des Grazer Festivals.
Der heute 63-jährige Bauer war in den sechziger Jahren dabei, als die Grazer auszogen, die Literatur zu erobern. Aber während etwa Peter Handke der Stadt bald den Rücken kehrte, ist der gebürtige Grazer Bauer geblieben.
Auch viele Stücke des Local Hero sind in den vergangenen Jahren über Graz nicht hinausgekommen; zuletzt hatte der Autor die Produktion ganz eingestellt. Im Auftrag des Steirischen Herbstes hat sich Bauer jetzt, sechs Jahre nach «Café Tamagotchi» (geschrieben 1998, uraufgeführt 2001), wieder an den Schreibtisch bemüht.
Das Ergebnis heißt «Foyer» und ist – wie alle Bauer-Stücke seit den späten siebziger Jahren – eine Mischung aus philosophischer Gedankenspielerei und höherem (phasenweise auch tieferem) Blödsinn mit stark selbstreflexiver Note. Wie in «Ach, armer Orpheus!» (1991) oder «Skizzenbuch» (1996) thematisiert Bauer in «Foyer» den ...
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