Andreas Jüttner
Immerhin ein kleiner Mann sieht nach der großen Revolution noch so aus wie vorher: der Hausmeister (Dilaver Gök). Der darf im klischeegrauen Mantel auf die Bühne schlurfen und saubermachen, wenn die Herrschaften Revolutionäre beim heftigen Disput für und wider ein Guillotinen-Blutbad mal wieder den Konferenzraum verwüstet haben. Und was hat er selbst von der Revolution? «Es ist recht gut, dass das Sterben so öffentlich wird», ist der einzige
deutsche Satz in seinem kurzen, überwiegend türkischen Statement am Ende der Aufführung.
Öffentlich ist hier freilich alles: Nuran David Calis verarbeitet in seiner ebenso zeitnahen wie texttreuen Inszenierung das junge Phänomen der Medienrevolution. Gleich zu Beginn düsen Bilder eines (oder mehrerer?) Umstürze im Sauseschritt über die drei Fernseher, die
per Splitscreen in je neun Felder unterteilt sind – mit dem Effekt, dass dieser Revolutions-Schnelldurchlauf so berauschend unübersichtlich bleibt wie die rotierenden Bilder in einem Spielautomaten. News-Laufbänder à la n-tv künden von sich minütlich verschärfenden Krisensituationen, die Konvent-Konkurrenten überschreien sich bei «Anne Will» mit ihren Forderungen («Das ...
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Theater heute Mai 2011
Rubrik: Chronik, Seite 57
von Andreas Jüttner
Montag, 2.
19.30, Theaterkanal: Feridun Zaimoglu im Gespräch
Samstag, 7.
19.20, 3sat: Theatertreffen 2011 in Berlin – die Eröffnung
20.15, 3sat: Das Werk – Im Bus – Ein Sturz – von Elfriede Jelinek, mit Susanne Barth, Lina
Beckmann, Rosemary Hardy, Thomas Loibl, Caroline Peters, Laura Sundermann, Michael
Weber, Kathrin Wehlisch, Julia Wieninger und Manfred Zapatka,...
«Ich komm’ aus Kreuzberg, du Muschi!», rotzt die 15-jährige Tanutscha ins Telefon, als ihr Chatpartner am anderen Ende der Leitung vermutet, sie stamme aus gutbürgerlichen «Zehlendorf»-Verhältnissen. Ein Jahr lang hatte die Regisseurin Bettina Blümner Kiez-Alltag und markantes Selbstmarketing der Freundinnen Tanutscha, Klara und Mina mit der Kamera
begleitet und...
Im Spielplan des Burgtheaters gibt es derzeit zwei Schwerpunkte. Den einen könnte man mit «Matthias Hartmann» überschreiben, den anderen mit «Internationale Gäste». Nicht weniger als zehn Hartmann-Inszenierungen befinden sich aktuell im Repertoire, und da sind die Arbeiten der am Burgtheater engagierten Familienmitglieder (Gattin, Schwester, Schwager) noch gar...
