Agenten für Diversität
Theater heute Das Schöne am Stadttheater ist, dass es sich zumindest künstlerisch permanent verändern kann. Alle fünf oder zehn Jahre kommt – falls die Kulturpolitik nicht furchtsam oder bequem ist – eine neue Leitung, die für sich neu definieren kann, wozu das Theater da ist und wie es sich im Umfeld von Stadt und Gesellschaft positioniert.
Dabei gibt es klare Kritik an der Institution Stadttheater: Es sei zu wenig divers sowohl in der Leitung als auch in den Ensembles, es sei immanent rassistisch, weiß, heterosexuell und männlich; es müsse neu über Hierarchien nachdenken, beziehungsweise den Abbau von Hierarchien. Julian Warner und Elisa Liepsch haben dazu ein Thesenpapier vorgelegt, das wir alle gelesen haben, und beim Theatertreffen in Berlin haben Katharina Rost und Jenny Schrödl analysiert, wie männlich eigentlich das Theatertreffen sei (beide Texte abgedruckt auf den Seiten 86–95 in diesem Jahrbuch). Das Ergebnis war ziemlich niederschmetternd, nämlich sehr männlich. Weiter steht in letzter Zeit verstärkt wieder der Bühnenbetrieb zur Diskussion: Ist der Trend zu immer mehr Produktionen, kürzeren Probenzeiten und höherer Effizienz eigentlich noch kunstkompatibel? Und ...
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Theater heute Jahrbuch 2019
Rubrik: Neues Stadttheater, Seite 62
von
Seit dem Frühjahr drehen wir in Süditalien, nahe Matera, mit ehemaligen Darstellern der Jesus-Filme von Pasolini und Mel Gibson sowie einem Cast aus italienischen Kleinbauern und afrikanischen Plantagenarbeitern ein «Neues Evangelium». In der Region um Matera, europäische Kulturhauptstadt 2019 und Drehort des «Evangeliums nach Matthäus» und der «Passion Christi»,...
Der Kampfpilot einer nicht genau verorteten Luftwaffe – es kann sich um jedweden Krieg handeln – erkennt bei einem Einsatz, dass sein Abschussziel eine Schule ist, er verweigert den Befehl, dreht mit der Maschine ab, um die Bombe über dem Meer abzuwerfen. Jahrzehnte später stellen zwei Künstler*innen – unabhängig voneinander– auf der Biennale di Venezia – Werke...
vorwort zu den podesten
1. eigentlich traue ich mich nicht, über jemanden zu schreiben, der noch lebt, und schon gar nicht über jemanden, den ich persönlich kenne. 2. es ist so einfach, einen mann auf ein podest zu stellen, schließlich erinnert er uns ja immer an etwas oder jemanden – an all die vielen anderen männer auf podesten davor. und wenn mir etwas bekannt...
