Achsenmächte in Balance
Als George W. Bush Anfang 2002 die Metapher in die Welt setzte, fügte er an, all jenen Staaten, die er von jetzt an zur «Achse des Bösen» rechne, nütze künftig keine Tarnung mehr: «We know their true nature.» Da hatte der Präsident längst wieder Haltung gewonnen und wirkte nicht mehr wie einige Monate zuvor beim Aussteigen aus dem Hubschrauber, als er, noch ganz unter dem Schock der einstürzenden New Yorker Zwillingstürme, wie ein scheues Reh nach allen Seiten spähte und für einen kurzen Moment die nervös-ängstliche Seite des Machtpolitikers durchscheinen ließ.
Das war einmal. Etwas mehr als zehn Jahre nach dem Tag, der die westliche Welt veränderte, überschreibt das Mannheimer Schauspiel eine Reihe neuer englischer und US-amerikanischer Theatertexte, die es zur deutschen Erstaufführung bringt, mit «Die Achse des Guten». Man kann die Überschrift auch als Drohung verstehen: Wie sieht das ungetarnte amerikanische Gutmenschentum aus?
Sexuelles Familienkonzil
Die Reihe startete früh in der Spielzeit mit Sharr Whites «Der andere Ort». Darin steht das Demenz-Schicksal einer Ärztin stellvertretend für jenes schwarze Loch des Vergessens, in das auch Gesellschaften starren können. Dann ...
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Theater heute April 2012
Rubrik: Aufführungen, Seite 18
von Jürgen Berger
In unserer Zeit wäre Ibsens John Gabriel Borkman fein raus. Eine Bank ruinieren und ein paar hundert Kleinanleger um ihr Erspartes bringen gilt mittlerweile höchstens als Kavaliersdelikt. 1896, als Henrik Ibsen sein vorletztes Stück verfasste, waren Rettungsschirme für marode Geldinstitute noch nicht erfunden und ein Bankrotteur haftete mit seinem persönlichen...
Das HAU ist ein schwer festzunagelndes Lieblingstheater. Eines seiner Vorgänger in dieser Kategorie, die Berliner Volksbühne, war da deutlich leichter zu fassen mit ihrer Aura aus Arroganz, Exzentrik und Rock’n’Roll. Man konnte sich buchstäblich wärmen an diesem oft mit einem Panzerkreuzer verglichenen Haus, von dem der ehemalige Volksbühnendramaturg Matthias...
Aachen, Grenzlandtheater
16. Walser, Das fliehende Pferd
R. Catharina Fillers
Annaberg, Eduard-von-Winterstein-Theater
1. Cooney, Cash – Und ewig rauschen die Gelder
R. Dietrich Kunze
Aschaffenburg, Stadttheater
28. Kirchner, A.M.I.L.O. – Alte Männer in lächerlichen Outfits (U)
R. Heinz Kirchner
Augsburg, Theater
13. Kater, We are camera/jasonmaterial
R. Lilli-Hannah Hoepner
B...
