Foto: Reinhard Werner
6000er-Besteigung mit freiem Fall
Der mitteljunge Mann, der da in gediegenem Ganzkörperbeige unruhig an der Rampe auf und ab schreitet, sieht zwar nicht direkt freundlich aus. Aber mit einem derartigen Frontalangriff auf ihr bis dato grundstabiles Zuschauer-Ego hatte die Parkett-Belegschaft des Wiener Akademietheaters vermutlich nicht gerechnet. Hier hocke ja eine personifizierte «Sackgasse» neben der anderen, ätzt Joachim Meyerhoff etwa in der Mitte seines Thomas-Melle-Solos «Die Welt im Rücken» von der Bühne herunter, während er dezidiert schonungsfreien Auges die erste Reihe scannt.
Und weiter hinten werde es – gnadenlos sezierender Panoramablick – naturgemäß noch trostloser.
Die Angesprochenen versuchen – wie man das eben konventionellermaßen tut, wenn dramatische Provokationen durch die vierte Wand fliegen –, leicht verdruckst über die Situation hinwegzulachen. Meyerhoff ist allerdings noch längst nicht fertig. Genau genommen fängt er gerade erst an – indem er mit vital wachsendem Sarkasmus von der Kollektiv- zur Individualattacke übergeht: «Dass Sie in Ihrem Alter immer noch glauben, wenn’s glitzert, ist es teuer, ist ein bisschen armselig, oder?», ranzt er eine Mittsechzigerin an, die sich tapfer lächelnd ...
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Theater heute Jahrbuch 2017
Rubrik: Schauspieler*innen des Jahres, Seite 92
von Christine Wahl
Offenbar ist es so gut wie aussichtslos, Michael Wächter in einer Denkpause zu erwischen. Der Mann, seit Herbst 2015 Ensemblemitglied am Theater Basel, weiß einfach auf alles eine Antwort, zumindest einem dahergelaufenen Journalisten gegenüber. Das Angenehme daran ist, dass diese Antworten aus lauter sonnenklaren Sätzen bestehen, aus wachen Bemerkungen, spontanen...
A
Ayad Akhtar
Junk. The Golden Age of Debt
(Deutsches Schaupielhaus Hamburg)
Mudar Alhaggi
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(Theater Krefeld/Mönchengladbach)
B
Alexandra Badea
Extremophil (Volkstheater Wien)
Richard Bean
Wunderbares Europa (Landestheater Schwaben)
Utopia (Turbine Theater Langnau am Albis)
Alistair Beaton
Abgefrackt! (Staatstheater Nürnberg)
Magne van den Berg
Das lange...
In den frühen 1990er Jahren gab es alle möglichen Kandidaten für die übergreifende kulturelle Formulierung der neuen Berliner Situation. Techno-Musik und das Veranstaltungsformat des Raves etwa brachten ein völlig neues Ausgehen hervor: endlos lange Nächte, deren Attraktion nicht mehr auftretende Stars, Könner, Performer und Subjekte waren, sondern die Tanzenden...
