kein ausreisen kein einreisen – der ewige auftrag
Der Tod steht vor der Tür, hält seine Hand auf, ich schweige. Ich schaue hinter mich, alles voller Licht und Erregung, die Dinge, die ich nicht getan habe, die, die ich dabei immer gern getan hätte – das Leben im Konjunktiv, denke ich, in gebeugter Form. Der Tod wird ungeduldig – ich halte seinen kalten Blick, lächle und höre mich sagen: Komm morgen wieder, morgen, wenn ich alles getan habe, morgen, wenn die Erregung nicht mehr peitscht, das Licht sich beruhigt.
Warum ich Heiner Müller vermisse – warum er noch da sein sollte – ich weiß es, ich weiß es nicht. Er ist tot. Punkt.
Er ist dort gestorben, wo er war in den Neunzigern. Wie kann man weiter trinken, wenn der Krebs frisst, wie weiter rauchen – man kann.
Ich nahm einen Stift, der schrieb: WIE TOT IST MAN IN DER LEGENDE IN DER MAN LEBT WENN MAN NOCH LEBT? Ich war wütend, als er starb, auch verzweifelt – ich ahnte Zerstörung, doch das Selbst hatte sich dazu noch nicht eingefunden. Auch wusste ich, dass meine Beziehung nicht halten würde – damals –, dass der Sohn einen anderen Vater bekäme, den weggegangenen.
Vielleicht, weil er all das lächerlich überflüssig Süße aus den Worten, Stämmen epilierte.
Vielleicht, weil er nie ...
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Theater heute Januar 2015
Rubrik: Heiner Müller, Seite 13
von Sebastian Hartmann
1 Heiner Müllers Stücke werden gegenwärtig wenig gespielt – trotz ihrer unbestreitbaren poetisch-sprachlichen Kraft, trotz ihres großen historischen Atems, den man bei kaum einem anderen neueren Autor findet, trotz der Brillanz seiner messerscharfen Formulierungen. Sie erleiden das Schicksal der ganz aktuellen Zeitung von gestern, die stets als das Älteste...
Personen
Doktor Osho, Wegsprechendes
Tony, Hygienespezialisiertes
Wachstumsexperte Sam, stumm
Schwesterbruder Charity
Charlie, Ernährendes
Nikki, Musizierendes
Fabien, Schauspielendes I
Conny, Schauspielendes II / Adam (m)
Maxime, Schauspielendes III / Eva (w)
Alex, Mensch von Sascha (m)
Sascha, Mensch von Alex (m)
Jackie, Studierendes
Ulli, Studierendes
Chris...
3./Samstag
20.15, ARD: Eine Liebe für den Frieden – Bertha von Suttner und Alfred Nobel Fernsehfilm (2014) von Rainer Berg, mit Birgit Minichmayr, Sebastian Koch, Philipp Hochmair, Yohanna Schwertfeger u.a., Regie Urs Egger
22.40, 3sat: Der Besuch der alten Dame
Literaturverfilmung (2008) nach Dürrenmatt, mit Christiane Hörbiger, Michael Mendl, Lisa Kreuzer, Rüdiger...
