Spinning for Life

Esther Holland-Merten über Susanna Mewes «Die Handgriffe der Evakuierung»

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Drei Flugbegleiterinnen, namenlos, gefangen im interkontinentalen Streckennetz. Ihre Rolle zwingt sie, sich inmitten des sie umgebenden unaufhörlichen Treibens dem Korsett genau choreographierter Bewegungsabläufe anzupassen. Ihr Sprechen ist lehrgangsgeschult. Ihr Umgang mit problematischen Fluggästen entnehmen sie dem Handbuch zur Psychologie von Angstpatienten. Sie wissen, wie sie sich zu verhalten haben. Sie sind das «erste Bild, das die Airline auf die Netzhaut des Kunden stanzt». Ihr Aussehen ist standardisiert. Sie wissen, wie sie zu wirken haben.

Ein Heer von Weisungsbefugten wacht über sie. Die Erwartungen sind hoch, und es gilt, sie zu erfüllen. Sie wissen, wie sie zu funktionieren haben.

Rita ist Professorin für Literaturwissenschaft. Sie kämpft mit den Nebenwirkungen einer Krebsbehandlung, während sich ihr Selbstbild aufzulösen beginnt. In Rückblenden erinnert sie sich an die Stadien ihrer körperlichen Selbstentfremdung, in denen sie sich medizinischen Behandlungsszenarien hilflos ausgeliefert sah. Für Gloria, eine Studentin, hat sie Mann und Kinder verlassen. In Gloria sieht sie sich selbst, wie sie einmal war. In ihr kann sie den Spiegel finden, in dem kein Verfall ...

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Theater heute Jahrbuch 2011
Rubrik: Die neuen Stücke, Seite 166
von Esther Holland-Merten

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