Auf Glücksdroge

Volker Ludwig nach Huxley «Schöne neue Welt»

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Was man schon immer vermutet hat: Fade ist’s im Paradies, auch im künstlichen und gerade da. Mit Musical-Mitteln versucht das Grips-Theater dagegen anzukämpfen. Volker Ludwig, Direktor und Hauptautor des Theaters seit vier Jahrzehnten, hat Aldous Huxleys Roman «Brave New World» (1932 zuerst erschienen) in knappe Dialoge und effektsicher gereimte Songtexte gefasst; der Komponist Achim Gieseler massiv dahin-dröhnende, elektronisch erzeugte Musik drübergelegt. Gieseler verursachte den Abend, weil er Huxleys Witwe, Jahrzehnte nach des Autors Tod, die Aufführungsrechte abschwatzte.

Die Insassen von Huxleys Neuer Welt werden in der Retorte gezeugt, sind zur Promiskuität verpflichtet und mit Glücksdrogen vollgedröhnt, aber scharf in Klassen abgeteilt (alpha, beta, gamma – herrschende, lustbereitende, fronende). Im Ludwigschen Musical wird überdies Sex nur «virtuell» ausgeübt, körperlich getrennt voneinander, aber im Gleichtakt der Unterleibszuckungen – ein eher kurioser Anblick.

Den bietet das Liebespaar des Abends. Sie heißt Lenina, ein Beta-Mädchen mit aufgetürmten blonden Locken, von der Kostümbildnerin Barbara Kremer in ein bis zum Schoß beinfreies, wie aus dem Playboy-Club ...

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Theater heute Dezember 2006
Rubrik: Chronik, Seite 38
von Henning Rischbieter

Vergriffen
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