Der Erste macht das Licht an
Das ehemalige Kolosseum-Kino in der Nußdorfer Straße ist heute ein Supermarkt. Beinahe wäre ein Theater daraus geworden. Als die Stadt Wien 1976 eine neue Spielstätte für Hans Gratzers Theatergruppe Werkstatt suchte, war das Kolosseum Gratzers Favorit. Die Wahl fiel schließlich auf einen anderen, kleineren Kinosaal: Im damals gerade geschlossenen Heimatkino in der Porzellangasse wurde im Mai 1978 das Schauspielhaus eröffnet. Es ist bis heute einer der schönsten Theaterräume der Stadt.
Petra Paterno, Theaterredakteurin der «Wiener Zeitung», war in der Spielzeit 2003/04 Pressesprecherin am kurzzeitig von Gratzer geleiteten Theater in der Josefstadt. Sie hat das letzte und dunkelste Kapitel seiner Karriere – dem Intendanten wurde noch während seiner ersten Saison das Vertrauen entzogen – also aus der Nähe miterlebt; in ihrer Gratzer-Monografie aber wird es nur am Rande erwähnt. Das auf einer Dissertation basierende Buch ist Gratzers Lebenswerk, dem Schauspielhaus, gewidmet und den leuchtenden Jahren eines Wiener Theaterlebens.
Der Titel «Lichterloh» bezieht sich auf ein Zitat des Wiener Volkstheaterintendanten Michael Schottenberg, dessen Karriere als Schauspieler und Regisseur am ...
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Theater heute November 2013
Rubrik: Magazin: Theaterbuch, Seite 69
von Wolfgang Kralicek
Vier ganze Seiten braucht Intendant und Regisseur Ansgar Haag im Programmheft, um zu erklären, wie er sich diesen seinen «Hamlet» gedacht hat: ausgerechnet als einen nämlich, der der «deutschen Geschichte den Spiegel» vorhält.
Somit ist also nach Meininger Lesart nicht etwa in Dänemark, vielmehr im historischen Staate DDR etwas faul. Jahrzehnte nachdem der Rest...
Der deutsche Märchenwald ist ein tückisches Biotop; vor allem kommt darin immer alles anders, als man erwartet. In Wilhelm Hauffs «Wirtshaus im Spessart» zum Beispiel, einer Schlingpflanze von Rahmenerzählung, sitzen ein paar schlotternde Gestalten bis nachts um zwei in einer Schänke und erzählen sich aus Angst vor einem Räuberüberfall Geschichten, damit sie nicht...
Ein Mann liegt im Sterben. Im 20. Stock eines anonymen Krankenhauses halten seine Tochter und ihr Ehemann Totenwache. Während ihr Mann (Bernd Hölscher) stur auf den Fernseher an der Zimmerdecke starrt, erklärt die Tochter (Christina Weiser), warum man dem Sterbenden ein wenig helfen solle. Ein schneller Tod wäre für alle Beteiligten das Beste, es gibt da eine...
