Auch das ist Brasilien: Spielen unter Druck
Buenos Aires, in einem Opernfoyer vor der Aufführung von «La Traviata»: Ein junger Mann bricht zusammen, ein Arzt leistet Erste Hilfe und stellt die Diagnose «chronische Unterernährung». Unter den Umstehenden entzündet sich eine Diskussion darüber, ob man den Wert der Eintrittskarte für diesen Nicht-Privilegierten spenden sollte und über mangelnde Solidarität überhaupt.
Dann löst sich diese Szene von Augusto Boals «unsichtbarem Theater» wieder auf: Ein paar Leute sind davon berührt oder sogar erschüttert, die Akteure ziehen sich als Hungernder, Arzt und Diskutanten zurück – ihr Spiel darf als solches ja gar nicht erkannt werden.
Henry Thorau, Professor für Brasilianische und Portugiesische Kulturwissenschaft und mit vielen Veröffentlichungen und Übersetzungen sozusagen der Apostel Boals in Deutschland, lässt mit dieser Szene seine sehr lesenswerte Studie beginnen. Mehr noch, er bezieht sie auf eine ähnliche Aktion von Béla Balázs’ kommunistischer Agitpropgruppe im Berlin der Weimarer Republik. Aufklärung durch Subversion, das Inszenierte dabei verbergen und den Zuschauer nicht wissen lassen, dass er ein Beteiligter ist. Am ehesten käme man noch auf manche Aktion Schlingensiefs, ...
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Theater heute Juli 2014
Rubrik: Magazin, Seite 63
von Thomas Irmer
Aalen, Theater der Stadt
2. Shakespeare,
Ein Sommernachtstraum
R. Tina Brüggemann
12. Schimmelpfennig,
Der goldene Drache
R. Anne Klöcker
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6. Korber/Hasselwander,
Elfen-Feuer zwischen Felsen
R. Tamara Korber/Ingolf Huhn
Berlin, Schlosspark Theater
6. Veber, Die Selbstanzeige
(Geliebter Schatz)
R. Thomas Schendel
Coburg, Landestheater
4....
Mit seinem hauseigenen Festival «radikal jung» hat das Münchner Volkstheater in den letzten zehn Jahren nicht nur eine beachtete Plattform für junge Regisseure geschaffen, sondern auch in eigener Sache eine Art Testlabor für künftiges künstlerisches Zusammenarbeiten, in dem man bereits mehrfach fündig geworden ist, so wie jetzt wieder mit dem Engagement des...
Eine Fabrik, deren Produkt für den Energiehunger der Industrie unerlässlich ist, fliegt in die Luft. Arbeiter sterben. Der Betreiber ist erschüttert und will die Produktion einstellen. Aber von seinem Vorschlag, die auf sein Produkt angewiesene Industrie entsprechend umzurüsten, halten die Wirtschaftsbosse nichts: «Die Kosten wären Ruin!», empören sie sich.
Was aus...
