Die Auswahl der Mülheimer «Stücke»
Rund hundert neue deutschsprachige Stücke hat das fünfköpfige Mülheimer Auswahlgremium zwischen März 2012 und Februar 2013 gelesen und besichtigt. Acht Mal wurde es fündig. Und das gab es noch nie: die totale Übererfüllung der Frauenquote! Jahrzehntelang war Elfriede Jelinek ziemlich allein auf weiter Flur an der Ruhr, diesmal stehen ihr gleich vier Kolleginnen zur Seite. Hier, in alphabetischer Reihenfolge, die Auserwählten, deren Stücke vom 11. bis 31.
Mai in Mülheim zu sehen sein werden:
Katja Brunner «Von den Beinen zu kurz»,
Schauspiel Hannover, Regie Heike Marianne Götze
Elfriede Jelinek «FaustIn and Out»,
Schauspielhaus Zürich, Regie Dusan Parizek (s. TH 5/12)
Franz Xaver Kroetz «Du hast gewackelt. Requiem für ein liebes Kind»,
Residenztheater München, Regie Anne Lenk (s. TH 5/12)
Azar Mortazavi «Ich wünsch mir eins»,
Theater Osnabrück, Regie Annette Pullen (s. TH 2/13)
Moritz Rinke «Wir lieben und wissen nichts»,
Konzert Theater Bern, Regie Matthias Schönsee (s. dieses Heft, S. 22 f.)
Marianna Salzmann «Muttersprache Mameloschn»,
Deutsches Theater Berlin, Regie Brit Bartkowiak (s. TH 11/12)
Nis-Momme Stockmann «Tod und Wiederauferstehung der Welt meiner Eltern in mir», Schauspiel ...
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Theater heute April 2013
Rubrik: Magazin: Festival, Seite 70
von
Weil man nicht damit rechnet, will man es zunächst nicht wahrhaben. Nur eine gewisse Irritation stellt sich sofort ein: Die Stimmen klingen ein wenig zu laut, wie mit Mikroport, und die ohnehin sparsamen Bewegungen passen nicht immer zum Atemrhythmus der Sätze, bis sich allmählich die Frage ins Hirn drängt: Spricht da überhaupt wer? Am Ende vergewissert man sich...
Man muss genau hinschauen, wenn man der Kommunalpolitik ihren eigenen Heroismus ablesen will. Etwa so wie Rimini Protokoll anno 2005 in ihrer Schiller-Adaption «Wallenstein», in der sie den von eigenen Mannen gestürzten Stadtrat Dr. Sven Joachim Otto als Wiedergänger des kaiserlichen Generals vorstellten. Noch tiefer im lokalen Handgemenge erkennt man das...
Auf der Bühne liegt ein großes schwarzes Ding. Es liegt die ganze Zeit da, ohne dass je deutlich würde, was es überhaupt ist. Das Ding könnte ein riesiger alter Scheinwerfer sein, vielleicht irgendwas Militärisches oder auch etwas ganz anderes. Egal: Offensichtlich hat das Ding ohnedies bloß Symbolcharakter. Es steht für etwas, was irgendwann passiert ist und jetzt...
