Organisation ist nicht alles
Franz Wille «Gespräche mit Astronauten» handelt von Familien, die ein Au-pair beschäftigen. Wie sind Sie auf das Thema gekommen?
Felicia Zeller «Gespräche mit Astronauten» entstand als Auftragsarbeit für das Theater Freiburg, das sich als Grundpersonal des Textes Au-pairs in Gastfamilien gewünscht hat. Wie immer stellt (und löst) sich für mich die Frage nach dem eigentlich unterliegenden Thema erst bei der Recherche und der konkreten Arbeit am Text. Heutzutage ist es schwer, ein flexibles, bezahlbares Kindermädchen in Deutschland zu organisieren.
So wird das Arbeitsverhältnis Au-pair (auf Gegenseitigkeit), welches offiziell dem Kulturaustausch und Spracherwerb für junge Menschen dienen soll, immer mehr zur Quelle für verfügbare Arbeitskräfte für Haushalt und Kinder. Aber wir haben einfach kein offenes Verhältnis zum Dienst-, Haus- oder Kindermädchen mehr, obwohl wir sie als berufstätige Frauen und Männer mit Kindern in Rest- und Rumpffamilien so dringend brauchen. Nein, es muss politisch korrekt sein. Wir sind gerecht. Das Verleugnen von Hierarchie seitens der Gastmütter, die massiv in Zeitgestaltung und Raummöglichkeiten der Au-pairs eingreifen (können), gehört zu einer der im ...
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frage: was wird man schon bei einem fünf-minütigen besuch in peking sehen? antwort: zunächst einmal zahlen. ja, jede menge zahlen haben sich schon vor der ankunft vorgedrängt und verstellen einem bei der ankunft die sicht auf die stadt. und es sind nicht etwa mickrige europäische zahlen, nein, hier hat man es immer mit millionen und hunderten millionen, mit...
Der Mann ist beschwingt, ja redselig, womöglich verknallt. Wilfried Schulz, sonst nicht gerade ein überschäumendes Temperament, sprudelt am Telefon vor Begeisterung. Kein Wunder: Er hat gerade sich und sein Theater neu erfunden. 1952 in Falkensee bei Berlin geboren, arbeitete Schulz nach dem Studium als Dramaturg bei Frank Baumbauer in Basel und Hamburg und leitete...
Die Verhinderung der Uraufführung von Fassbinders «Der Müll, die Stadt und der Tod» 1985 war einer der wichtigsten öffentlichen Akte der Selbstbehauptung der Juden in Deutschland nach 1945. Die schon vorangegangene Verhinderungsaktionen zeigen aber auch, dass noch weitere Interessen im Spiel waren: Die Stadt Frankfurt wollte diese Art Aufarbeitung des Häuserkampfes...
