Blow- und andere Jobs
Herr Keriakous, der Grieche, übertreibt es mit der Liebe für seine verstorbene Frau, findet «der Vater» in Dennis Kellys Szenencollage «Liebe und Geld». Wer Geld hat, viel Geld, kann die Liebe zu einer Toten in Marmor, Stein und Eisen gießen und einen Tempel auf ihr Grab setzen, aber dass dieses griechische Privatmonument einen ungehörigen Schatten auf die letzte Ruhestätte der eigenen Tochter wirft, findet der Vater nicht recht, und so geht er hin und zertrümmert die Stelen und Statuen des Friedhofsnachbarn mit einem Vorschlaghammer.
Er erleichtert damit das eigene Gewissen, denn so recht geholfen hat er der Tochter, als sie noch lebte, nicht. Deren Mann David, der Protagonist des Stücks, das in Umrissen seine Biographie nachzeichnet, orientiert sich derweil neu. Eine Ex, Val, macht ihm klar, die einfachste Art, schnell und fast mühelos Geld zu verdienen, sei ein «blow job» (das Stück ist daher nicht jugendfrei), während Jess, eine neue Liebe, heimlich CDs kaufen geht und dabei Zeugin eines blutigen Messerattentats wird.
Die Stärke des Textes von Dennis Kelly (siehe auch das Porträt auf den Seiten 40 – 45 in diesem Heft) liegt darin, dass er Situationen an der thematischen ...
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