«Bitte in zehn Minuten zu Tisch!»
Der erste Koch, den das deutsche Fernsehen berühmt machte, war gar keiner. Der Mann, der den Deutschen beibrachte, eine Scheibe Weißbrot mittelbraun zu toasten, sie mit Butter zu bestreichen, mit je einer Scheibe Kochschinken, Dosenananas und Gouda zu belegen, bei 200 Grad in den Ofen zu schieben und das Ganze dann «Toast Hawaii» zu nennen, war ein arbeitsloser Schauspieler.
Als Carl Clemens Hahn am 20.
Februar 1953 unter dem Pseudonym «Clemens Wilmenrod» beim WDR seine Fernsehreihe «Clemens Wilmenrod bittet zu Tisch» startete, war dieser Westdeutsche Rundfunk gerade mal acht Wochen alt. Und obwohl der Programmalltag in den Gründerjahren des Fernsehens noch eklatante Lücken aufwies (allein das Umschalten innerhalb des ARD-Verbundes von einem Sendezentrum zum nächsten konnte schon mal eine halbstündige Sendepause verursachen), war in Wilmenrods Showküche bereits Hektik angesagt: Nur eine knappe Viertelstunde hatte er Zeit, um der «verehrten Feinschmeckergemeinde» jenseits der Mattscheibe sein dreigängiges «Express-Menü» zu kredenzen. Aus technischen Gründen – die magnetische Aufzeichnung (MAZ) von Fernsehproduktionen war noch nicht erfunden – kochte Wilmenrod im Fernsehstudio stets ...
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Tom Peuckert beansprucht gern durch Titel und Personal seiner Dramen Aufmerksamkeit, so auch mit seinem neuen Stück: «2009», ein Vierteljahrhundert nach «1984» – Vorsicht, Überwachungsstaat! Neben einem Präsidenten (Achtung, Staatsmacht!) treten mit Antigone, Hamlet und Raskolnikov gleich drei Veteranen der literarischen Schuld- und Sühnegeschichtsschreibung auf....
