Bonn: Schauspiel Bonn, Werkstatt
Bobby will Wahrheit. Als er sie kennt, ist sie wertlos für ihn. Bobby wird von seiner Schwester Betty gerufen, um mit ihr eine Hütte im Wald auszuräumen. Warum das nötig ist, dafür gibt sie verschiedene Gründe an. Am Ende stellt sich heraus, dass die erfolgreiche Collegedekanin einen Liebhaber, einen ihrer Doktoranden, umgebracht hat, weil er andere Frauen attraktiver fand als sie. Als Bobby diese Wahrheit kennt, lässt er allen moralischen Hochmut fahren und hilft seiner Schwester bei der Vertuschung.
Schon mehrere kleine LaBute-Stücke wurden in Bonn ur- oder erstaufgeführt.
Sein neuestes Werk ist wieder eine Studie über die Abgründe im rechtschaffenen Milieu. Ihn treibt, wie er sagt, ein «gesundes Interesse an der Sünde», und die Wahrheit ist für ihn der schrecklichste Ort von allen. «Tief im dunklen Wald» zeigt Brüderlein und Schwesterlein im Hexenhaus. Die erwachsenen Kindlein sind keineswegs unschuldig. Betty ist eine perfide, lügnerische Mörderin aus gekränkter Selbstüberschätzung, Bobby ein notorischer Schläger und heuchlerisches Mitglied der «moralischen Mehrheit».
LaBute verwendet eine schlichte Krimi-Dramaturgie. Versteckte Hinweise überall, erst im Rückblick nimmt man ...
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Theater heute Juli 2012
Rubrik: Chronik, Seite 51
von Gerhard Preußer
4./Mittwoch
20.15, ARD: Boxhagener Platz Spielfilm (2009) von Torsten Schulz,
mit Gudrun Ritter, Horst Krause, Michael Gwisdek, Jürgen Vogel,
Milan Peschel, Meret Becker u.a., Regie Matti Geschonneck
(vgl. TH 3/2010)
7./Samstag
10.15, 3sat: Live aus Klagenfurt: 36. Tage der deutschsprachigen Literatur Ingeborg Bachmann-Preis 2012. Lesungen und Diskussionen
23.15,...
Wenn Christoph Marthaler Horváths «Glaube Liebe Hoffnung» inszeniert, dann entfalten sich Liebe und Hoffnung in ihrer ganzen glaubensstarken Kraft: ein erotischer Höhepunkt der Wiener Festwochen.
Vor der Occupy-Bewegung erzittern bekanntlich Wall Street, Europäische Zentralbank und alle anderen Mächtigen der Welt. Jetzt muss Occupy zittern: vor Martin Heckmanns’...
«Das Problem ist doch nicht der Eisberg. Das Problem ist, dass wir eben nicht auf einem unsinkbaren Schiff gewesen sind. Der Eisberg zeigt doch nur die Realität! Das Hindernis lässt die Geschwindigkeit endlich erkennen.» Amina Gusner dockt ihre «Titanic»-Version von Beginn an in der Gegenwart an. Die Bilder und Geschichten des Jahrhundertmythos setzt sie als...
