Soufflé gegen Spaßhunger

Shakespeare «Was ihr wollt»

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«Was ihr wollt» ist eine wunderbare Komödie, was schon daraus ersichtlich ist, dass das Stück mindestens fünf der allerbegehrtesten Rollen ever written enthält. Es ist aber auch ein Text wie ein Soufflé mit einer ausgeprägten Tendenz zum existenziellen Nihilismus, das im Backofen leicht einmal zusammenfallen kann. Angenommen, ein junger Zuschauer begegnete dem Stück im Essener Grillotheater zum ersten Mal, was bekäme er zu sehen? Auf jeden Fall eine muntere Show mit Musik.

Ein etwas rätselhaftes, aber nicht uninteressantes Bühnenbild von Patricia Talacko und Dirk Thiele, eine Art Sprungschanze ins Glück (oder in den Zuschauerraum). Witzige Kostüme (Meentje Nielsen), Männer im Rock und mit offener Weste und nackter Brust oder mit bedruckten T-Shirts oder mit langem schwarzem Zopf.

Und genau zehn ziemlich bizarre Figuren. Darunter einen Narren mit elend langen Beinen und ebenso langen fahlen Haaren (Günter Franzmeier), der aus purer Lebensfreude meist lustig drauf ist; und dessen junges Ebenbild, einen Herzog (Fritz Fenne), der aus Liebeskummer meist traurig drauf ist. Eine Gräfin (Therese Dörr), die genauso schwermütig gestimmt ist und demnach prima zu diesem verliebten Herzog passen ...

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Theater heute Januar 2009
Rubrik: Chronik, Seite 49
von Martin Krumbholz

Vergriffen
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