Dortmund: Spätantike Dramenblüte
Agamemnons Tochter Elektra hält sich fit: Mit einer ausdauernden, wenn auch etwas ungelenken Körpergymnastik im coolen schulterfreien Top trifft Caroline Hankes Vaterrächerin auf ihre overdresste Mutter Klytaimnestra (Friederike Tiefenbacher im roten Futteralkleid unterm Pelzmantel). Allerdings werfen sich die beiden Gesellschaftsdamen neben altem Familientratsch – «du bist wie dein Vater, der elende Faschist» – vor allem politische Etiketten an den Kopf.
Die Tochter sei «Terrorist, Faschist und Kommunist in Personalunion», während die herrscherliche Mutter angeblich Freiheit und Wohlstand als Diktatur praktiziert.
Seltsame staatspolitische Verhältnisse entwirft Alexander Kerlin in seiner aktuell gemeinten Neufassung von Euripides’ «Elektra», die im anschwellenden Redestrom zusammenbehauptet, was nicht mal unter chinesischen Verhältnissen zusammen funktioniert. Entsprechend läuft der Plot bald aus dem antiken Ruder. Zwar wird noch Klytaimnestra von ihrer rebellischen Tochter für ihren Mord an Agamemnon nach längerem Beschimpfungsaustausch ausdauernd erwürgt, aber schon Orest kommt nicht mehr zum Zug. Nach weit fortgeschrittenem, aber dann doch abrupt abgebrochenem ...
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Theater heute April 2015
Rubrik: Chronik, Seite 47
von Franz Wille
Es gibt sie wirklich – Mails, die alle Probleme mit einen Handstreich aus der Welt schaffen können. Bei Peter Thiessen traf eine solche Nachricht am Anfang des Jahres 2007 ein. Sie stammte von der Regisseurin Friederike Heller und enthielt eine vorsichtige Anfrage: ob er sich vorstellen könne, mit seiner Band die Musik für eine ihrer Theaterproduktionen zu...
Personen
Felix
Tobi
Philipp
Sechs Brüder
Mädchenchor
Ausrufer
Sebastian
Kay
Partygäste
No love lost. No love lost.
Joy Division
FELIX-SZENE
Bruder 2 jetzt kommst du heraus aus den schlechten Verhältnissen
Felix für das ganze schlechte Verhältnis ist kein Geld nur für jeden siebten einer Familie und der Staat hat eben mich gewollt
Bruder 1 versteht sich
Felix mich...
Manchmal fängt das Leben mit dem Höhepunkt an, man weiß es nur nicht. Wie drei Einschläge, trocken, hart und zielgenau, treffen die Stücke «Jagdszenen aus Niederbayern», «Landshuter Erzählungen» und «Münchner Freiheit», die ein junger Schauspieler aus Marklkofen, Landkreis Dinfolfing-Landau, zwischen 1966 und 1970 aus sich herausschleudert, in die aufbruchsbereite...
