Wolfram Koch als Richard III. Foto: Arno Declair

Unheilbare Fälle

Anselm Weber beginnt seine Intendanz am Schauspiel Frankfurt mit Shakespeare, Büchner und Laura Naumann

Theater heute - Logo

Zu Beginn der Spielzeit unter der Intendanz von Anselm Weber ist im Frankfurter Schauspielhaus die monströs breite, tiefe und hohe Bühne verschwunden. Auf dieser stets abschreckenden, auch den Zuschauern irgendwie Furcht einflößenden Fläche steigen nun Sitzreihen an, auch an den Rändern, und das Ganze bildet eine Arena – in deren Mitte, ein paar Quadratmeter nur, der enge Platz, auf dem Theater stattfindet. Sicher erinnert das ein wenig an ein Globe, nur ist dieses ungleich intimer.

In Frankfurt auf den Rängen fühlt man sich jetzt eher wie in einer Basketballhalle oder besser noch: wie am Boxring. Denn was da unten gespielt wird, ist natürlich ein Kampf.

Stéphane Laimé hat für Jan Bosses Inszenierung von Shakespeares «Richard III.» einen Raum inszeniert, der jeden in die Pflicht nimmt. Denn von Anfang an ist das Publikum, zwischen und mit dem hier gespielt wird, nicht nur Zeuge des Geschehens, sondern auch in der Verantwortung. Selten geht das Licht im Saal aus, meist kann man in die Gesichter all der anderen blicken, die so eine Art Zeugenschaft übernehmen müssen, in ihrer Regung Haltung zeigen. Denn dieser Richard rückt allen auf die Pelle. Er drückt sich und schleicht durch die ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Theater heute? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Theater-heute-Artikel online lesen
  • Zugang zur Theater-heute-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Theater heute

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Theater heute November 2017
Rubrik: Start, Seite 44
von Bernd Noack

Weitere Beiträge
Das Volk zurückholen?

Das «Programmheft» zu Herbert Fritschs Horváth-Abend an der Schaubühne braucht keine Worte: Es ist ein zweifaches Daumenkino. Lässt man es zur einen Seite flattern, huschen die Zentralgeister des Fritsch’schen Universums vorbei, seine Schauspieler. Dreht man es um und lässt den Daumen blättern, fliegt der Zeppelin heran, eine Fritsch-Zeichnung, und steigt und...

Vorschau - Impressum (11 2017)

Elfriede Jelinek auf allen Kanälen: In Graz zeigt das Nature Theater of Oklahoma seine Film-Version von «Die Kinder der Toten», und am Deutschen Schauspielhaus Hamburg wartet das neueste Werk zu Donald Trump: «Am Königsweg»!

Das Intendanz-Karussell sorgt für frischen Schwung an bekannten Orten – ein Betriebs­geheimnis des erfolgreichen Stadttheaters: Neues aus Dre...

Schwerin: Jetzt wird’s schön

Eine Idylle. Der See, Schilf, sandiges Ufer. Und Bierbänke, zerfledderte Lampions, ein umgeworfener Ledersessel. Der See ist immer noch einsam, still, idyllisch, aber es ist eine angeknackste Idylle, die Sebastian Hannak realistisch ins Mecklenburgische Staatstheater gebaut hat. Fürstenfelde, Uckermark, «einfach über den Acker», beschreibt Dorfschönheit Anna...