Haltet den Dieb!
Eigentlich dürfte Martin Crimps «In der Republik des Glücks» gar nicht so schwer zu inszenieren sein, gerade wenn man von höherer Regiekunst mal absieht. Der erste Teil ist eine Fingerübung in schwarzer Komödie: Eine reizende Familie sagt sich beim trauten Weihnachtsessen so ziemlich alles, was sie noch nie von sich hören wollte. Was natürlich einen respektablen Grad an bürgerlichem Illusionstheater voraussetzt, um nicht bloß albern zu sein.
Der zweite Teil ist eine figurenfreie Sammlung von Statements über die «Grundfreiheiten des Individuums», unterteilt in fünf Kapitel zu Themen wie Therapie, Schönheitswahn oder Selbstbestimmung: eine sarkastische Steigerung von Bekenntnistexten angeblich freier Individuen, die immer absurder und unfreier werden und natürlich die Fähigkeit zu Ironie und Sarkasmus voraussetzen. Der dritte Teil ist noch eine kleine Zweipersonen-Studie zu den Szenen einer glücklichen Wohlstandsehe, der mit jedem Wort die Wirklichkeit weiter entgleitet. Dafür gibt es in der Theater- und Filmgeschichte Beispiele. Soweit also drei lösbare Aufgaben.
Regisseur Rafael Sanchez und Bühnenbildnerin Janina Audick haben alle drei souverän ignoriert. Der erste Teil ist in ...
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Theater heute Januar 2014
Rubrik: Akteure, Seite 35
von Franz Wille
Dass der Extremschauspieler Joachim Meyerhoff auch jenseits der Bühne maßgebliche Alleinstellungsmerkmale aufzuweisen hat, wissen wir spätestens seit seinen autobiografischen Leseperformances «Alle Toten fliegen hoch 1–3» an der Wiener Burg vor fünf Jahren: Auf einen Schulweg voller martialisch Glöckchen schwingender Großschweiger oder plastikpistolenbewaffneter...
Es ist schön, dass Markus Heinzelmann seine jahrelang in Jena geschärfte Lust an der hemmungslosen dramatischen Übertreibung nun wieder öfters auch an anderen Stadttheatern ausleben darf. Wolfram Lotz’ «Einige Nachrichten an das All» kommen da gerade recht, und Heinzelmann greift in die volle Absurditäten-Kiste, lässt es ohne Rücksicht auf Geschmacksverluste...
P { margin-bottom: 0.21cm; }Impressum
Theater heute
Die Theaterzeitschrift im 55. Jahrgang Gegründet von Erhard Friedrich und Henning Rischbieter
Herausgeber: Der Theaterverlag – Friedrich Berlin
Redaktion: Eva Behrendt, Barbara Burckhardt, Franz Wille (V.i.S.d.P.)
Mitarbeit: Marion Schamuthe
Gestaltung: Christian Henjes
Designkonzept: Ludwig Wendt Art Direction
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