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Sie ist noch nicht lange zurück aus Istanbul. Und sie sprudelt. Vor Empörung, vor Begeisterung. «Magie, reine Magie» hat sie vier Tage lang im Gezi-Park und am Taksim-Platz erlebt, und sie war dabei, mittendrin. Marianna Salzmann hatte gerade die SMS aus Mülheim bekommen, dass sie für «Muttersprache Mameloschn» den Publikumspreis der Mülheimer Stücke gewonnen hatte, als es unten im Gezi-Park losging.
Sie stürzte auf die Straße, und da blieb sie, «mehr oder weniger vier Tage und Nächte lang», erfuhr die Gewalt von Wasserwerfern, die Notwendigkeit von Mundschutz und die Heilungskräfte von Zitronen gegen Tränengas. «Und ich bin geplatzt vor Glück, man kann sich das nicht vorstellen: Kemalisten tanzen mit Kurden, mit Lesben, mit Gays; alte Omis backen uns Plätzchen; kleine Kinder laufen herum, Jungs mit Anonymos-Masken, die alte Männer umarmen; Frauen klettern auf Dächer, und alles singt ‹Bella Ciao›. Es gibt eine Bibliothek, man kocht füreinander. Wenn das möglich ist, bei so einer Polizeigewalt und solcher Brutalität, dann ist alles möglich! Ich glaube wieder an die Welt!»
Seit September letzten Jahres war sie in Istanbul gewesen, zunächst in höchst privilegierter Situation und ...
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Theater heute Jahrbuch 2013
Rubrik: Die Höhepunkte des Jahres, Seite 156
von Barbara Burckhardt
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