Ehret die Anfänge

Theater heute - Logo

Aus dem kleinen Heiner (Müller), hier 1935 anlässlich der Einschulung vor dem Haus der Großeltern im sächsischen Bräunsdorf, ist nicht nur einer der wichtigsten Schriftsteller und Dramatiker deutscher Sprache geworden, sondern auch ein talentierter Prophet mit Kassandra-Ehrgeiz: «Man muss sich um antikapitalistische Alternativen keine Sorgen machen, weil der Kapitalismus keine Alternative mehr hat, keinen Feind außer sich selbst. Und das verspricht eine interessante Entwicklung.

Im Zusammenhang mit Armut und Elend in vielen Teilen der Welt, mit der Bevöl­kerungsexplosion, mit den ökologischen Katastrophen. Da braucht man sich auch um Utopien keine Sorgen zu machen, höchstens um Apokalypsen.» So Heiner Müller im Gespräch mit Martin Linzer 1991. Heiner Müller, gestorben am 30.12.1995 in Berlin, wäre am 9. Januar 80 Jahre alt geworden. – Man muss nicht an ihn erinnern, um ihn dem Vergessen zu entreißen: Sein Denken und sein Formulierungswitz wirken heute oft schärfer denn je. 

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Theater heute? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Theater-heute-Artikel online lesen
  • Zugang zur Theater-heute-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Theater heute

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Theater heute Januar 2009
Rubrik: Foyer, Seite 1
von Franz Wille

Vergriffen
Weitere Beiträge
Sammlerin guter Eigenschaften

Irgendwas stimmt nicht. Warum hat Katharina Schubert so kurze Haare? Es ist das einzige, was nicht passt. In ihrem neuen Film «Ob ihr wollt oder nicht», der im April ins Kino kommt, spielt Katharina Schubert eine krebskranke junge Frau. Sie ließ die Haare nicht freiwillig, im Gegenteil, doch Widerstand war zwecklos. Und plötzlich stimmte es doch: «Es war morgens...

Die fünf Sinne

Als das Stück sich dieses Frühjahr den Autorenpreis mit Nino Haratischwilis «Liv Stein» teilte, ging das absolut in Ordnung. Beide Texte ragten aus dem Angebot des Heidelberger Stückemarktes heraus. Im Theater Heidelberg folgt auf den Preis der Praxistest in Form der Uraufführung. «Lilly Link oder Schwere Zeiten für die Rev ...» steht in einer Reihe von...

Ach Kinder!

Denn erstens schaut der entstandene Film dem Stadttheater in schönen, blaustichigen Bildern bei der Probenarbeit zu. Er folgt der Autorin zu ihren Gesprächen und der Regisseurin nach Hause ins Wohnimmer, lässt Schauspieler ihr Handwerk zeigen, mitreden und privat zu Wort kommen, dokumentiert Krisen zwischen Regie und zweifelndem Ensemble. Zweitens entsteht wie...