Love is a losing game
Ein Ausrufezeichen warnt: Ab 18 Jahren! Furchterregend auch, wie der Kollege der «Frankfurter Rundschau» seinen Premierenbericht aus Signas neuestem Paralleluniversum überschrieb: «Frauen treten». Will man das? Schwer verschüchtert betritt frau zwei Wochen später den Spielort, eine «berüchtigte» Travestie-Bar am Kölner Heumarkt, die vor einem Jahr geschlossen wurde.
Hier haben Arthur Köstler und Signa Sörensen, das dänisch-österreichische Performer-(Ehe-)Paar, das vor einem Jahr mit seiner Langzeit-Installation «Die Erscheinungen der Martha Rubin» Karin Beiers Kölner Neustart bis zum Theatertreffen nach Berlin trug, die «Hades-Fraktur» angerichtet; im Rotlicht-Schummer kleiner Nuttenzimmer, von Thomas Bo Nilsson detailfreudig dekoriert mit trashigen Ersatzglückseligkeiten vom Nylon-Plüsch über Nippes-Kitsch bis zur Kippen-Ansammlung auf düsteren Fluren.
Auf Punktejagd in der Unterwelt
Was wie ein Puff aussieht, soll nicht weniger als den Vorhof der Hölle darstellen: das finstere Reich des charmant gefährlich österreichelnden Hades (Arthur Köstler persönlich, adrett mit schwarzer Haartollenperücke), der dort mit seiner Gattin Persephone, der gelangweilten Signa im ...
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1.«Alles ist spielbar», hat Jürgen Gosch mal bei einem gemeinsamen Treffen mit Johannes Schütz und mir im Café Lubitsch gesagt. Oder genauer – um ihn vollständig zu zitieren: «Alles ist spielbar, solange es im Text vorkommt.»
Konkret ging es damals wohl darum, wie es wäre, wenn sich ein komplettes Ensemble von Schauspielern in einen Schwarm Vögel verwandelt. Oder...
Bei Theaterkongressen, auf denen er in Europa die Entstehung seines «Theaters der Unterdrückten» nachzeichnete, erzählte Augusto Boal gern folgende Geschichte: «Im letzten Akt des selbstgeschriebenen Bauerndramas, das wir im Nordosten auf Lastwagenrampen spielten, sangen wir, das Gewehr fest umklammert: ‹Unser Blut für die Freiheit. Unser Blut für unseren Grund...
Nicolas Stemann: Verstecken spielen
Bezeichnet man mit «Künstler» jemanden, der eine künstlerische Tätigkeit ausübt, dann ist es natürlich leicht, diese Frage mit Ja zu beantworten: Das tun wir alle. Versteht man darunter jemanden, der Kunst macht, dann wird es schon komplizierter. Es gibt viele Dinge, die Theater davon abhalten, Kunst zu sein. Zum Beispiel die...
