Foto: Tommy Hetzel/Schauspiel Köln

Köln: Männerfantasien

Ibsen «Peer Gynt»

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«Peer Gynt» ist ein selbstreferenzielles System. Ibsen erzählt eine fantastische Geschichte von einem Mann, der fantastische Geschichten erzählt und fantastische Geschichten als real erlebt. Die Illusionsebenen sind vielfältig verschränkt. Alles ist immer ein bisschen «als ob». Stefan Bachmanns Besetzungsentscheidung macht das überdeutlich: alles nur Männer, die nur so tun «als ob». Alles nur Theater, das so tut «als ob». Keine Spur von Authentizität.

Auf der Bühne dräut zunächst ein schwarzes Gebirge, dessen Steilwand, eingerahmt von abweisenden schwarzen Pfeilern, die Bühne verschließt. Doch dann bewegt sich der Berg, es ist, wie in den letzten Inszenierungen Stefan Bachmanns in Köln, Olaf Altmanns Drehbühnen-Scheibe. Diesmal ein schräg angeschnittener Zylinder. Im Licht schimmert seine Schräge golden. Der unsichere Ort für ein zerfallendes Märchenbilderbuch.

Grell dagegen die Kostüme von Jana Findeklee und Joki Tewes: albtraumbunte, grässlich formlose wärmende Norwegerstrickwaren. Männer in absurden Häkelkostümen – wie ein Strickbild von Rosemarie Trockel. Muttersöhnchen Peer in Babyblau, der böse Schmied ganz in Rot. In der Wüste und im Irrenhaus dann beige und weiße ...

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Theater heute November 2017
Rubrik: Chronik, Seite 59
von Gerhard Preußer

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