Ahoi, Sechs-Sparten-Haus!
Mit einer Blutgrätsche wurde die Saison am Volkstheater Rostock (VT) eröffnet. Anders kann man es nicht formulieren in einer Stadt, in der der örtliche Fußballverein Hansa, inzwischen in der dritten Liga beheimatet, noch immer die städtische Identität prägt. Da wurde nach fünf Jahren Interimsintendanz endlich wieder ein Theatermacher per öffentliche Ausschreibung bestellt, noch dazu einer, Sewan Latchinian, der an seiner letzten Station in Senftenberg bewiesen hat, dass er kräftig zu rödeln vermag.
Und der sendet sogleich Aufbruchsignale: verpasst dem Haus einen neuen maritimen Außenauftritt, verkündet den Ausbau des Vier- zum Sechsspartenhaus (mit Bürgerbühne und Figurentheater zusätzlich zu Oper, Tanz, Schauspiel und Philharmonie) und setzt zum Saisonstart den «Stapellauf» als allumfängliches Allsparten-Event an (von der Art jener Marathons, wie er sie in Senftenberg, einem ungleich kleineren, reinen Schauspielhaus, schon praktizierte). Doch plötzlich ist in den Tagen vor dem «Stapellauf» überhaupt nicht mehr die Rede von Aufbruch, sondern von Defiziten, Haustarifregelungen, Spartenschließung. Die Politik hat, wie so oft in den letzten Jahren in Rostock, zugeschlagen oder, um ...
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Theater heute November 2014
Rubrik: Magazin, Seite 64
von Christian Rakow
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