Notizen
Wer schreibt am schönsten?
Zwei der wichtigsten Dramatikertalenthebebühnen suchen wieder nach neuen Autoren und Manuskripten: Der Stückemarkt des Berliner Theatertreffens erwartet gehaltvolle neue, jedenfalls nicht aufgeführte Dramen aus ganz Europa, die vom 2. bis 18. Mai in szenischen Lesungen präsentiert werden oder in einem Dramatikerworkshop mit John von Düffel weitergären. Auswählen unter den vermutlich mehreren hundert Einsendungen (Annahmeschluss ist der 15.
Dezember) werden der Regisseur Nuran David Calis, die Dramaturgin Viola Hasselberg, die Schriftstellerin Dea Loher, der Dramaturg Koen Tachelet und Iris Laufenberg fürs Theatertreffen. Texte an Berliner Festspiele, Yvonne Büdenhölzer, Schaperstraße 24, 10719 Berlin. Die Qual der Wahl bei den Autorentheatertagen des Hamburger Thalia Theaters lastet dagegen allein auf den bewährten Schultern des Theaterkritikers Gerhard Jörder. Er hat allerdings für die vier Stücke, die am 6. Juni 2008 in Werkstattinszenierungen präsentiert werden sollen, konkrete Vorstellungen. Sie sollen, frei nach dem Hamlet-Zitat «Mehr Inhalt, weniger Kunst», möglichst «groß erdacht und erfahren, nicht nur gut gemacht oder gut gemeint» sein. Die ...
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Vierte Vorstellung. In der Gaußstraße tummeln sich zwei Hundertschaften blondschwänziger Sechzehnjähriger mit reichlich Kajal ums Auge und hiphopbehosten Mitschülern an der Seite und kichern verzückt, wenn Romeo das Hemd fallen lässt und den wohlgeformten Oberkörper zur Besichtigung freigibt. Schon im Foyer wird ordentlich auf die Pauke gehauen. Wir sind geladen...
Barbara Burckhardt Matthias Matschke, als Sie vor über zehn Jahren nach einer Schauspielausbildung an der Berliner Hochschule der Künste unter anderem bei Castorf und Marthaler starteten, wurde Ihnen und Ihrem «Wahnwitz» eine große Theaterkarriere prophezeit. In den letzten Jahren konnte man Sie aber eher in Sat 1 als auf der Bühne sehen, bei Anke Engelkes...
Es gibt im Leben mitunter merkwürdige Zeitschleifen. Zum Abschluss des ersten (und bisher einzigen) Kongresses der Theaterautoren 1991 in Essen wurde seinerzeit ein Forderungskatalog veröffentlicht, der neben einer Klassikerabgabe zugunsten zeitgenössischer Autoren auch die seltenen «Nachspiele» einmal uraufgeführter Werke beklagte sowie die Nischenexistenz der...
