Der Anfang vom Ende
Die ganz großen Themen sind weg (so zumindest das Titelstatement der letztjährigen Pollesch-Folge an den Münchner Kammerspielen), aber es gibt immer noch viel zu besprechen, und selbst die alten Menschheitsfragen nach Erlösung, Liebe und warum wir um Himmels Willen alle ewig so weitermachen wollen, haben sich im postmodernen Faschingskostüm durch die Hintertür wieder eingeschlichen. Vier Cowboys im Glitzer-Fummel (Kostüme: Nina von Mechow) sind bei «Gasoline Bill» zum Theorie-Rodeo angetreten.
Neben Katja Bürkle und Benny Claessens sind mit Kristof Van Boven und Sandra Hüller zwei Pollesch-Neueinsteiger dabei, die sich mit souveräner Nonchalance zwischen den einschlägigen Aggregatszuständen Understatement und Hysterie bewegen und beweisen, dass das bewährte Diskurs-Slang-Format allen Mahnungen zum Trotz noch lange nicht totgeritten ist.
Bert Neumann hat Bühne und Proszeniumslogen der Kammerspiele mit gleißendem Lametta verhängt und hinter dieser verheißungsvollen Verhüllung einen drehbaren Sperrholzverschlag ohne Rückwand, also so etwas ähnliches wie ein Theater auf dem Theater, platziert. Vorn lockt die Aufschrift «LAST CHANCE» über einer einladenden Saloonschwingtür, während ...
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Theater heute Januar 2014
Rubrik: Chronik, Seite 52
von Silvia Stammen
Wer Marie NDiayes «Drei starke Frauen» gelesen hat, wird keine übertriebenen Migrationshoffnungen in Richtung Europa mehr hegen. In der ersten der drei Geschichten kehrt eine strebsame französische Anwältin, Imigrantin der zweiten Generation, zu ihrem Vater nach Algerien zurück, den sie verachtet, ohne sich seiner zermürbenden Anziehungskraft erwehren zu können. In...
Eine gute Stunde bin ich jetzt in Weißrussland und fahre auf der Straße nach Minsk. Rechts geht es ab nach Moskau, genau 700 Kilometer, sagt das Verkehrsschild. Nicht viel weiter, gute 1.000 Kilometer, ist es nach Berlin. Trotzdem wird es nur noch ein paar Minuten dauern, bis ich das erste Mal deutlich spüre, wie fremd das Land ist, in dem ich gerade gelandet bin.
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Theater heute
Die Theaterzeitschrift im 55. Jahrgang Gegründet von Erhard Friedrich und Henning Rischbieter
Herausgeber: Der Theaterverlag – Friedrich Berlin
Redaktion: Eva Behrendt, Barbara Burckhardt, Franz Wille (V.i.S.d.P.)
Mitarbeit: Marion Schamuthe
Gestaltung: Christian Henjes
Designkonzept: Ludwig Wendt Art Direction
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