Laughing Fit to Kill
Daniel Schreiber Was halten Sie vom Phänomen der «Obamania»?
Werner Sollors Die überraschend guten Vorwahlergebnisse für Barack Obama in der Demokratischen Partei speisen sich aus den verschiedensten Quellen. Vorrangig ist wohl die weitverbreitete Vermutung, dass Obama, sollte er nominiert werden, bessere Chancen gegen einen Republikaner wie McCain hätte, weil er einerseits einen Bruch mit der jüngsten politischen Vergangenheit in den USA symbolisiert, andererseits aber auch nicht von weltbekannten Skandalen belastet ist, wie sie die Clinton-Familie umgeben.
Bruch mit der Vergangenheit heißt in seinem Fall nicht nur eine Absage an den Irak-Krieg und die außenpolitische Isolierung der USA, sondern auch eine erhoffte Überwindung der Geschichte des Rassismus im Lande. Einmal dadurch, dass ein Kandidat mit schwarzer Hautfarbe diesmal tatsächlich eine Chance hat, gewählt zu werden, zum anderen, weil seine Familiengeschichte (schwarzer afrikanischer Vater – weiße amerikanische Mutter) das jahrhundertelange Verbot von schwarz-weißer Familiengründung so ganz öffentlich zu überwinden scheint.
DS Seit fünfundzwanzig Jahren erforschen Sie an der Harvard University die Literaturen ...
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Theater heute April 2008
Rubrik: Reportage Obamas Dramatiker, Seite 16
von Daniel Schreiber
Die Frage ist: Wie deutlich muss man werden? Seit Jahren läuft zwischen Theatermachern und -kritikern immer dasselbe Spiel: Die Regisseure inszenieren so drastisch wie möglich, die Rezensenten werfen ihnen Plattheit vor, und am Ende heißt es immer, man solle den Zuschauer doch nicht für dumm erklären, er würde das auch so verstehen.
Nun kann man sich auf den...
Erwin Geschonneck war schon 43 Jahre alt, als er in seiner Heimatstadt Berlin debütierte. In der ersten Aufführung des neugegründeten Berliner Ensembles, Brechts «Herr Puntila und sein Knecht Matti», spielte er den proletarischen Widerpart des Gutsbesitzers und Leuteschinders, den der von Brecht aus der Schweiz geholte Leonard Steckel schon bei der Zürcher...
Ständig knackt der Mann Nüsse. Hirnförmige Walnüsse natürlich, denn Peter Lohmeyer als Sebastian Färber, Spitzenarchitekt und Workaholic, besteht selbst nur noch aus Hirn. Tag und Nacht sitzt er über seinen Bauplänen, jagt genialisch den Zeichenstift übers Papier und futtert Walnüsse, die er wie Qi-Gong-Kugeln in der linken Hand klackern lässt, bevor er sie knackt....
