Vorsicht, Rutschgefahr!
Der Eisberg, den die sieben Saarbrücker Schauspielerinnen und Schauspieler erklimmen, ist abschüssig. Trotzdem nimmt eine sogar den Kinderwagen mit hoch und rutscht auf einer seitlichen Rutsche wieder mit ihm runter. Das Publikum staunt, wie sie das schafft, hat sich zu diesem Zeitpunkt aber bereits von der Vorstellung verabschiedet, auf dem kühlen Schuldenberg könne tatsächlich jemand abgleiten. Im Gegenteil.
Man muss den Eisberg wohl als Bild dafür nehmen, dass im Reich der Schulden zwar eisige Rutschgefahr wie am Nordpol besteht, der Schuldner aber beim Eintritt in die Gemeinde der Schufa-Verdächtigen die Witterung akzeptiert und in einer Parallelwelt lebt, in der er weder den Frost drohender sozialer Ausgrenzung noch die Kälte der Strafverfolgung als Problem wahrnimmt. Warum sollte er auch nicht auf Pump leben und Warenkataloge plündern, wo die soziale Marktwirtschaft doch allem Anschein nach das Gebot des Verkaufens auf jeden Fall über die Frage nach der Liquidität des Käufers stellt?
Und hat der wachsende Schuldnerberg nicht auch einen neuen Berufsstand geschaffen: Den Schuldnerberater, den Kathrin Röggla vor zwei Jahren ebenso konsultierte wie all die Schuldner und deren ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Theater heute? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Theater-heute-Artikel online lesen
- Zugang zur Theater-heute-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Theater heute
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Der amerikanische Videokünstler Chris Kondek beliefert das deutschsprachige Theater mit visuellen Reizen und zeigt in seinen interaktiven Lehrstücken, wie man aus dem Geld der Zuschauer eine gute Performance machen kann.
Nicht etwa ein schickes High-Tech-Labor, sondern ein schlichtes Atelier, um nicht zu sagen eine Rumpelkammer im zweiten Stock eines alten...
Neue Nachbarn lernt man kennen, indem man sich von ihnen Geschichten erzählen lässt. Wobei nicht nur der Inhalt, sondern vor allem auch die Art und Weise des Erzählens Aufschluss über die momentane Gemütslage, begründete und unbegründete Ängste und Hoffnungen geben können. Seit der Heidelberger Stückemarkt vor einigen Jahren, noch unter Intendant Günther Beelitz,...
Wenn es um die Schnittstelle von Bildender Kunst und Theater geht, gehört der 1960 geborene Filmemacher und Regisseur Christoph Schlingensief zu den Grenzgängern par excellence. In den 90er Jahren mischte er mit talkshowartigen Abenden («100 Jahre CDU», «Schlacht um Europa»), politischer Aktionskunst («Bahnhofsmission Schlingensief», «Chance 2000», «Ausländer...
