Das Münchner Spielart Festival
Er verzeihe denjenigen, die im Oktober mit Gewalt versucht haben, das Publikum am Besuch der Vorstellung im Pariser Théâtre de la Ville zu hindern, schreibt der italienische Theatermacher Romeo Castellucci auf seiner Homepage, er verzeihe ihnen, weil sie nicht wussten, was sie tun. Und nimmt damit selbst die Pose des Erlösers ein, den die militant christlichen Protestierer ihrerseits meinten, mit Wurfgeschossen wie Eiern und Öl in Schutz nehmen zu müssen.
Im jüngsten Projekt von Castelluccis Socìetas Raffaello Sanzio «On the Concept of the Face, Regarding the Son of God, Vol.
1», zuletzt zu sehen auf dem Münchner Theaterfestival Spielart, müht sich ein Sohn, Typ seriöser Businessman, eine Dreiviertelstunde lang, seinem dementen und inkontinenten Vater die Windeln zu wechseln. Das Ganze findet statt in einem (bald nicht mehr) blütenweiß eingerichteten Designer-Loft unter dem sanften Blick einer übergroßen Reproduktion des Weltenretters von Antonella da Messina und ist eine minutiöse Tortur der Nächstenliebe zwischen Exkrement und Sakrament, Erniedrigung und Überforderung.
Im Bewusstsein der Ausweglosigkeit brechen beide schließlich jeder für sich allein und doch in einhelliger ...
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Theater heute Januar 2012
Rubrik: Magazin, Seite 67
von Silvia Stammen
Aachen, Grenzlandtheater
27. Wainwright, Das Verhör (U)
R. Anja Junski
Aachen, Theater
5. Heckmanns, Hier kommen wir nicht
lebendig raus. Versuch einer Heldin
R. Roland Hüve
7. Lausund, Konfetti! Ein Zauberabend
für politisch Verwirrte
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14. Molière, Tartuffe
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Baden-Baden, Theater
13. Kannstein, Das Phantom des Louvre
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Basel,...
Letzte Nacht habe ich nicht geschlafen, weil am Ende meiner Straße so viele Hunde heulten. Am nächsten Morgen heißt es im Radio, dass es 18.000 von ihnen gibt. 18.000 streunende Hunde in einer Stadt. Als ich aus dem Fenster blicke, wühlt jemand in der Mülltonne. Die Tonnen stehen immer offen, auch wenn sie einen Deckel haben. Es ist ein Roma, der wahrscheinlich...
Die Theaterdirektorin Emanuela Striese weiß Bescheid. «Man kann über alles Theater machen, bloß nicht über anderthalb Stunden», klärt sie den dramatisch dilettierenden Professor Gollwitz auf, der berechtigte Zweifel an der Bühnentauglichkeit seiner spätpubertären Römertragödie «Der Raub der Sabinerinnen» hegt. Und während Gollwitz (Matthias Leja) auf seinen...
