Giulietta Masina des Ostens

Carmen-Maja Antoni hat ein offenes Buch diktiert

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Jetzt hat auch Carmen-Maja Antoni, die schon als Pionier des DDR-Kinderfernsehens ein Star war und heute nicht nur als Hotti Krauses Schwester Elsa das Fernsehpublikum, sondern als Brecht-Interpretin auch die Theaterzuschauer mitten ins Herz zu treffen versteht, ein Buch geschrieben: «Im Leben gibt es keine Proben», das sie der Journalistin Brigitte Biermann in die Feder diktiert hat, ein Buch, das wie «ungeschriebene Memoiren» erzählt ist, viele Anekdoten und Geschichten vom Leben, über das Theater, über Schauspielerei und Kollegen, denen sie Kränze windet; das sich sehr kurzweilig lie

st und ein ungeschöntes Bild ihrer Berliner Kinderjahre zeichnet. Nur eben jede kritische Auseinandersetzung mit dem Beruf, mit den Inszenierungen, die sie erwähnt oder in denen sie mitgewirkt hat, möglichst vermeidet.

Zum Beispiel umgeht sie, wenn sie von ihrer Arbeit an Brecht-Rollen oder dem Interpretieren seiner Lieder spricht, die entscheidende Ausein­andersetzung mit Schauspielern, die immer auch «bewusst» gespielt haben, etwa mit Helene Weigel, Therese Giehse, Gisela May, Hilmar Thate; sie beharrt auf ihrem «ehrlichen», zupackenden, wirklich empfindenden Spiel. Sie bewundert die erwähnten ...

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Theater heute Mai 2013
Rubrik: Magazin: Zeitgeschichte, Seite 68
von Klaus Völker

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