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Shakespeare «Ein Sommernachtstraum»

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Liebe ist nicht sinnlich, sondern fantastisch. Nicht wahrgenommene Reize steuern uns, sondern unsere Einbildungskraft lenkt unsere Libido mal da-, mal dorthin. Dieses Wechsel- und Verwirrspiel verwandelt und löst alle Bindungen. Doch aus dem unsteten Schweifen der Fantasie, aus den Brauseköpfen der Verliebten und Dichter, entsteht etwas Festes, Wirkliches. Shakespeares Versuchsanordnung im «Sommernachtstraum» zeigt ihn als radikalen Konstruktivisten der Liebe.

Die Düsseldorfer Inszenierung des katala­nischen Regisseurs Àlex Rigola denkt anders: Shakespeare sei der radikale Dekonstruktivist der Liebe. Die Einheit von Liebe und Sex wird zerlegt. Oder wie es Andy Warhol, der Co-Autor dieser Version des «Sommernachtstraums», sagt: «Was den einzelnen betrifft, ist [die Verbindung von] Liebe und Sex schlecht.»

Zwei Pennälerpärchen (Sarah Hostettler als Hermia, Pia Händler als Helena, Andreas Helgi Schmid als Lysander und Heisam Abbas als Demetrius) in gelb-grünen Schuluniformen zerstreiten sich und schmieden Flucht- und Verfolgungspläne. So beginnt der Abend vor dem vergoldeten Eisernen Vorhang des Düsseldorfer Großen Hauses. Dann hebt sich der schimmernde Panzer und gibt den Blick frei ...

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Theater heute November 2014
Rubrik: Chronik Düsseldorf, Seite 54
von Gerhard Preußer

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