Stuttgart: Gemeiner Mann – was nun?

Nis-Momme Stockmann «Das Imperium des Schönen» (U)

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«Würde es dich stören, das Handy wegzulegen, wenn wir miteinander sprechen?» – «Mir war nicht klar, dass das ein Gespräch ist» – Das klingt doch nach idealen Voraussetzungen für einen gemeinsamen Urlaub! Der da schulmeistert ist Falk, Philosophieprofessor, intellektueller Machtmensch, Vater zweier Streber, ein Mann mit hoher rhetori­scher und ökonomischer Überzeugungskraft.

Die da treffsicher rotzgörig kontert ist Maja, die neue Freundin von Falks Schluffi-Bruder Mat­ze, Bäcke­reifachverkäuferin, intellektuell und rhetorisch ebenbürtig, ökonomisch unterlegen, ausgestattet mit «Anstand und Klasse». Es ist gerade mal Tag zwei der gemeinsamen Familienbildungsreise durch Japan. Falk, selbst mit Frau und Kindern unterwegs, hatte Matze und Maja dazu eingeladen – und bereut es bereits. 

Nis-Momme Stockmanns well-made Play beginnt als schlagfertiger Konversations-Battle auf den Spuren von Yasmina Reza. Genrekonform treibt Stockmann seine Protagonist*innen systematisch in die Enge, hier die Enge eines Tokioter Appartements, bis auch der letzte Rest des dünnen Firnis aus familiärem Goodwill abgeplatzt ist. Darunter lauern Machtstrukturen und Abhän­gigkeit, vor allem aber ein giftiges ...

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Theater heute April 2019
Rubrik: Chronik, Seite 59
von Cornelia Fiedler

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