Stuttgart: Gemeiner Mann – was nun?
«Würde es dich stören, das Handy wegzulegen, wenn wir miteinander sprechen?» – «Mir war nicht klar, dass das ein Gespräch ist» – Das klingt doch nach idealen Voraussetzungen für einen gemeinsamen Urlaub! Der da schulmeistert ist Falk, Philosophieprofessor, intellektueller Machtmensch, Vater zweier Streber, ein Mann mit hoher rhetorischer und ökonomischer Überzeugungskraft.
Die da treffsicher rotzgörig kontert ist Maja, die neue Freundin von Falks Schluffi-Bruder Matze, Bäckereifachverkäuferin, intellektuell und rhetorisch ebenbürtig, ökonomisch unterlegen, ausgestattet mit «Anstand und Klasse». Es ist gerade mal Tag zwei der gemeinsamen Familienbildungsreise durch Japan. Falk, selbst mit Frau und Kindern unterwegs, hatte Matze und Maja dazu eingeladen – und bereut es bereits.
Nis-Momme Stockmanns well-made Play beginnt als schlagfertiger Konversations-Battle auf den Spuren von Yasmina Reza. Genrekonform treibt Stockmann seine Protagonist*innen systematisch in die Enge, hier die Enge eines Tokioter Appartements, bis auch der letzte Rest des dünnen Firnis aus familiärem Goodwill abgeplatzt ist. Darunter lauern Machtstrukturen und Abhängigkeit, vor allem aber ein giftiges ...
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Theater heute April 2019
Rubrik: Chronik, Seite 59
von Cornelia Fiedler
Aachen, Grenzlandtheater
14. Vattrodt, Ein großer Aufbruch
R. Uwe Brandt
Annaberg-Buchholz, Theater
7. Lessing, Nathan der Weise
R. Dietrich Kunze
Basel, Theater
11. Lorca, Yerma
R. Mateja Koležnik
16. Projekt, Das Theater der Bilder (U)
R. Daniela Kranz (Eine Koproduktion mit dem Kunstmuseum Basel)
Bautzen, Theater
26. nach Aischylos, Die Orestie
R. Mario Holetzeck
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Rasche-Bühnen sind pompöse Maschinenmonster – und Muster an Effizienz zugleich. Hier am Münchner Residenztheater, wo der minutiöse Monumentalmechaniker nun zum zweiten Mal inszeniert und technisch aus dem Vollen schöpfen kann, wird das besonders deutlich. Marschierten «Die Räuber» 2016 noch auf riesigen schwenkbaren Laufbändern unverwandt auf den Abgrund zu, so hat...
Dem Mimen flicht die Nachwelt keine Kränze.
Schiller, Wallensteins Lager, Prolog
Bruno Ganz starb in der Nacht vom 15. auf den 16. Februar. Und noch desselben Tages empfing eine respektvoll erschütterte Welt die Nachricht von seinem Tod. (Thomas Mann, Der Tod in Venedig)
«Er war einer der Größten seiner Zunft», resümierte die «Zeitung für Deutschland» auf...
