Das geht nicht mehr weg
In der Kritikerumfrage des aktuellen «Theater heute»-Jahrbuchs wurde in der zweifellos interessantesten Rubrik «Ärgerlichste Erfahrung des Jahres» dreimal mehr oder weniger explizit Bühnenwatch genannt, ein loser Zusammenschluss von Geistes- und Kulturarbeitern. Als Erklärung werden «fehlgeleitete Sittenwacht», «PC-Gesinnungspolizei» und «Gesinnungspauschalismus» angeführt. «Tugendwächter» oder «Moralapostel» wären auch denkbar gewesen, kamen hier aber nicht zum Zuge.
Das ist so die Sprache, in der wir Kritiker über Leute reden, die das Theater dafür kritisieren, dass es mitunter rassistisch sei in seinen Darstellungsweisen.
Warum machen die das?
Bevor ich erkläre, warum es unmöglich sein kann, dass unser mal geliebtes, oft gescholtenes Theater rassistisch ist, möchte ich eine einfache Frage stellen: Warum macht Bühnenwatch das? Warum geben die sich so viel Mühe, verbinden sich, investieren eine Unmenge von Zeit in Stellungnahmen, Diskussionsbeiträge oder sogar Aktionen, wie einst im Berliner Deutschen Theater, wo sich 42 Leute eine Karte für die Thalheimer-Inszenierung von Dea Lohers «Unschuld» gekauft haben, nur um an einer bestimmten Stelle aus dem Stück wieder hinauszugehen und ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Theater heute? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Theater-heute-Artikel online lesen
- Zugang zur Theater-heute-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Theater heute
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Theater heute November 2013
Rubrik: Magazin: Blackfacing-Debatte, Seite 65
von Matthias Dell
Ein Mann liegt im Sterben. Im 20. Stock eines anonymen Krankenhauses halten seine Tochter und ihr Ehemann Totenwache. Während ihr Mann (Bernd Hölscher) stur auf den Fernseher an der Zimmerdecke starrt, erklärt die Tochter (Christina Weiser), warum man dem Sterbenden ein wenig helfen solle. Ein schneller Tod wäre für alle Beteiligten das Beste, es gibt da eine...
Eine Woche lang trafen sich im Februar 1945 die drei Siegermächte, vertreten durch Roosevelt, Churchill und Stalin, im idyllischen Badeort Jalta an der Krim und teilten die Nachkriegswelt unter sich auf. Nebenbei beschlossen sie noch einen Angriffskrieg auf Japan sowie die Bombardierung Dresdens.
Mag es am Schwarzen Meer noch so sonnig gewesen sein, im Düsseldorfer...
Das Stück
Felicia Zeller
Die Welt von hinten wie von vorne
© henschel SCHAUSPIEL Theaterverlag Berlin GmbH 2013
PERSONEN
Klaus Klausen
(Kreativ-Geschäftsführer von MOVER UND SHAKER UND PARTNER Deutschlands größter PR-Agentur)
Transparenz ist für uns ein wichtiges Konzept
Jedoch nicht
Als standardisiertes Dogma
Sandra Ardnas
(Direktorin Kreation und Strategie)
Mein...
